Aber: Von der frühen Erkennung bis zur Vermeidung von Folgeschäden – Man kann in jeder Phase selbst gegensteuern. <BR /><BR />„Bluthochdruck wird nicht umsonst ,silent killer‘ genannt“, sagt Dr. Astrid Marsoner, Hausärztin in Niederdorf und Präsidentin der Südtiroler Ärztekammer. „Viele fühlen sich völlig gesund, obwohl ihre Werte längst erhöht sind.“ Währenddessen richtet der erhöhte Druck in den Blutgefäßen bereits Schäden an. „Je länger eine Hypertonie unbemerkt bleibt, desto größer wird die Gefahr einer Arteriosklerose“, erklärt sie. Man stelle sich ein Wasserrohr vor: „Mit der Zeit lagern sich an den Wänden Kalkreste ab, die den Durchmesser immer weiter verengen. Deshalb fließt immer weniger hindurch – und auch das Material selbst leidet, wird spröde, brüchig und kann reißen.“<BR /><BR />Dasselbe passiere mit Blutgefäßen. Von Arteriosklerose besonders betroffen sind jene in Nieren und Augen, im Gehirn und im Herzen. „Deshalb kann es bei fortgeschrittener Erkrankung zu Nierenschädigung, Sehbeeinträchtigung, Herzinfarkt oder Schlaganfällen kommen.“<h3> <h3> Keine oder unklare Symptome</h3> </h3>Bluthochdruck verursacht nicht immer klare Symptome. Manche leiden unter häufigen Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten. „Trotz solch unspezifischer Symptome sollten wir mit zunehmendem Alter der Patienten Bluthochdruck immer im Hinterkopf haben“, sagt die Hausärztin. Für die Diagnose brauche es nicht viel. Am Anfang steht das Gespräch über Beschwerden, Risikofaktoren, Medikamente und Begleiterkrankungen. Es folgen regelmäßige Blutdruckmessungen zu unterschiedlichen Tageszeiten – zu Hause, im Sprengel, in der Arztpraxis oder Apotheke. Bei Verdacht auf Bluthochdruck bestätigt eine 24-Stunden-Messung die Diagnose. Blutuntersuchungen helfen, das individuelle Risiko einzuschätzen und die Therapie gezielt zu planen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72830095_quote" /><BR /><BR /><BR /> „Diese muss nicht zwangsläufig medikamentös sein“, betont Dr. Marsoner. „Oft kann eine Umstellung des Lebensstils bereits zum Erfolg führen.“ Weniger Salz, mehr Bewegung und genug Schlaf können den Blutdruck senken, aber auch erhöhten Werten vorbeugen. <BR /><BR />Sind Medikamente nötig, ist die Therapietreue entscheidend. „Nach einem Jahr nimmt nur noch die Hälfte der Patienten die Therapie regelmäßig ein“, bedauert die Ärztin. „Hier braucht es eine gute Aufklärung über Sinn und Zweck der Therapie.“ Auch die Prävention sei wichtig: Jeder und jede kann selbst beitragen, Bluthochdruck zu vermeiden oder Komplikationen und Folgeschäden zu verhindern. „Für Prävention ist es nie zu spät“, betont die Hausärztin.<BR /><h3> 4 Fragen an Dr. Astrid Marsoner</h3><b><BR />Dr. Marsoner, viele fühlen sich gesund, obwohl ihre Blutdruckwerte längst erhöht sind. Warum bleibt das so lange unentdeckt?</b><BR />Dr. Astrid Marsoner: Bluthochdruck verursacht anfangs kaum oder nur sehr unspezifische Beschwerden. Ohne regelmäßige Messungen fallen erhöhte Werte deshalb oft nicht auf. Hinzu kommt, dass der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt sowie auf Stress, Medikamenteneinnahme oder Kaffeekonsum reagiert. Ein einzelner erhöhter Wert ist also noch kein Bluthochdruck. Auch werden Risikofaktoren, wie Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder familiäre Vorbelastung oft nicht rechtzeitig erkannt oder thematisiert. Umso wichtiger sind Aufklärung und Sensibilisierung. <BR /><BR /><b>Ist Bluthochdruck angeboren?</b><BR />Dr. Marsoner: Wir unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Hypertonie. Die primäre Form – die weitaus häufigste – hat keine eindeutig fassbare Ursache. Bei der sekundären Hypertonie ist der hohe Blutdruck Folge einer anderen Erkrankung, was aber selten ist. <BR /><BR /><b>Ab welchen Werten ist Alarm angesagt?</b><BR />Dr. Marsoner: Ein einzelner hoher Wert ist kein Grund zur Panik. Selbst deutlich erhöhte Zahlen sind zwar behandlungsbedürftig, aber nicht automatisch ein Notfall – entscheidend ist der Zustand des Patienten. Gefährlich wird es, wenn neurologische Symptome hinzukommen, etwa Sprachstörungen, Verwirrtheit oder Sehstörungen. Dann ist eine stationäre Behandlung notwendig.<BR /><BR /><b>Kann man Bluthochdruck verhindern – und was kann man tun, wenn man ihn schon hat?</b><BR />Dr. Marsoner: Den Bluthochdruck verhindern – also primäre Prävention – kann man, aber nicht immer. Der Lebensstil kann jedoch sehr viel bewirken – das gilt auch für die sekundäre Prävention, also dem Vorbeugen von Folgeschäden bei diagnostiziertem Bluthochdruck. Dazu zählt eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und vor allem weniger Salz. Wer die Salzaufnahme kontrolliert, kann den Bedarf an Medikamenten bei Bluthochdruck deutlich reduzieren. Das gilt auch für eine Gewichtsreduktion von fünf Prozent. Genug Schlaf, regelmäßige Entspannung, Alkohol in Maßen und nicht rauchen sind ebenso wichtig – und vor allem Bewegung. Frühzeitige Lebensstiländerungen und – falls nötig – Medikamente können das Fortschreiten von Schäden deutlich verlangsamen oder aufhalten.<BR /><BR /><BR /><b>Info:</b><BR />Die Blutdruck-Normalwerte liegen bei 120-140 mmHG (oberer Wert), während der untere Wert kleiner/gleich 90 mmHg ist. Die Werte variieren nach Alter und Geschlecht: Zwischen 30 und 35 steigen die Blutdruckwerte bei allen; bis 50 haben Männer einen höheren Blutdruck, nach der Menopause holen Frauen auf: 80 Prozent der 75-jährigen Frauen haben Bluthochdruck. Wichtig: vor der Messung zehn Minuten ruhen. <BR /><Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>