Donnerstag, 15. September 2016

Das Leiden des Mannes: Europäischer Prostatatag

Am Donnerstag wird europaweit der Prostatatag begannen. Die Südtiroler Krebshilfe hat den Tag genutzt, um über die häufigste Tumorerkrankung des Mannes zu informieren – und sie für die Vorsorge zu sensibilisieren.

Ida Schacher, Dr. Hartmann Aichner, Dr. Anton Huber, Dr.in Esther Hanspeter, Prim. Dr. Lukas Lusuardi (von Links) bei der Pressekonferenz am Donnerstag.
Ida Schacher, Dr. Hartmann Aichner, Dr. Anton Huber, Dr.in Esther Hanspeter, Prim. Dr. Lukas Lusuardi (von Links) bei der Pressekonferenz am Donnerstag.

Das Prostatakarzinom ist auch in Südtirol die häufigste Krebserkrankung beim Mann ab dem 50. Lebensjahr. Anlässlich des Europäischen Prostata-Tages lud am Donnerstag die Südtiroler Krebshilfe zahlreiche Experten ein, um über die Häufigkeit, Früherkennung und psychoonkologische Betreuung in Südtirol zu berichten.

So aufgeklärt sich unsere Gesellschaft auch geben mag: Über Prostatakrebs wird noch ungern geredet, schreibt die Krebshilfe anlässlich der Europäischen Prostata-Krebswochen, die alljährlich im September stattfinden. Eine gute Gelegenheit, so die Krebshilfe weiter, um über diese „Männersache“ zu berichten. „Wir möchten damit die Scheu vor diesem Thema nehmen und über die diversen Aspekte der Erkrankung umfassend informieren“, so Ida Schacher, Präsidentin der Vereinigung.

Die Zahlen der Neuerkrankungen steigen

Dr. Esther Hanspeter, von der Abteilung Pathologische Anatomie und Histologie am Krankenhaus Bozen, präsentierte statistische Daten aus Südtirol zur Häufigkeit des Prostatakarzinoms, zu den Neuerkrankungen und der Sterblichkeitsrate. Demnach steht der Prostatakrebs mit 18% an der Spitze der Krebserkrankungen in Südtirol. Die jährlichen Neuerkrankungen sind im Steigen begriffen – allerdings auch, weil zunehmend mehr Männer die Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen und der Krebs somit erkannt wird.

Das Risiko einer Erkrankung steigt dabei mit dem Lebensalter: Männer ab 50 Jahren sind besonders gefährdet. Die positive Nachricht dabei: Die Sterblichkeitsrate ist bei einem Prostatakarzinom wesentlich geringer als bei anderen Tumorarten.

Vorsorge ist das Um und Auf

Wesentlich für die Heilungsperspektiven sind die Krebsvorsorge und die Früherkennungsuntersuchungen, die zu den wichtigsten Bausteinen in der Krebserkennung und Therapie zählen, unterstrich Dr. Lukas Lusuardi, Primar an der Abteilung Urologe am Krankenhaus Brixen. Ziel ist es, bösartige Tumore so früh wie möglich auszuforschen, da sich kleinere Geschwülste besser behandeln lassen und dem Patienten längerfristig eine bessere Prognose hinsichtlich Überlebenschancen ermöglichen.

Psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen

Eine Krebserkrankung betrifft jedoch nicht nur den Körper, sondern auch die Seele des Betroffenen und deren Angehörigen, erläuterte der Psychoonkologe Dr. Anton Huber vom Dienst für Krankenhauspsychologie am Krankenhaus Bruneck. Für Erkrankte und deren Angehörige steht in Südtirol eine Vielfalt an Unterstützungsangeboten zur Verfügung: von der stationären Begleitung in der Akutphase über die ambulante psychoonkologische Betreuung bis hin zur Psychotherapie oder Gruppenangeboten.

Ein besonderes Projekt ist hierbei die Selbsthilfegruppe „der baum – aktiv nach Prostataerkrankung“ für Männer, die an Prostatakrebs erkrankt sind.

stol

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