Mittwoch, 29. April 2015

Dickmacher Alkohol: Das Risiko wird unterschätzt

Drei Bier sind auch ein Schnitzel – Sätze wie dieser sind an Stammtischen verbreitet. Verbraucher besser über Alkohol als Dickmacher zu informieren, fordern nun Europa-Parlamentarier. Bei alkoholischen Getränken soll künftig eine Kalorienangabe auf der Verpackung stehen.

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Für Experten ist klar: Alkohol weist einen hohen Energiegehalt auf. Mit etwa sieben Kalorien pro Gramm liege er in der Nähe von Fett (neun Kalorien pro Gramm), betonte der Ernährungsexperte der Berliner Charite, Andreas Pfeiffer. Man müsse kein Alkoholiker sein, um zusätzlich zur Nahrung eine relevante Menge an Kalorien über Wein, Bier oder Schnaps aufzunehmen.

Mehr Wein, mehr Taille

Wie sich der Konsum von zwei Gläsern täglich auswirkt, haben Forscher in einer groß angelegten Studie 2011 untersucht: Bei Männern begünstigte er ein höheres Körpergewicht. Außerdem wurde bei beiden Geschlechtern ein größerer Taillenumfang gemessen. „Wer mehr Bier trank, hatte einen dickeren Bauch. Aber der Zusammenhang zeigte sich etwas schwächer auch bei Weintrinkern“, sagte die Erstautorin, Manuela Bergmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung.

Doch ist es der Energiegehalt des Alkohols selbst, der dick macht? Endgültig geklärt ist das nicht, wie Bergmann sagte. Alkohol wirke auch appetitanregend und enthemmend. Außerdem wird er im Körper als erstes abgebaut, vor allem in der Leber: Wegen dieser Entgiftung und Einflüssen auf den Fettstoffwechsel könnte etwa mit der Nahrung aufgenommene Energie anders verarbeitet werden, vermutet die Expertin.

apa/dpa

stol