Hoch ansteckend, und leider auch tödlich: Die südafrikanische Variante des Coronavirus hat in Südtirol die ersten 2 Todesopfer gefordert. Besteht eine Chance, sie durch die Testpflicht in mittlerweile 12 Gemeinden einigermaßen zu stoppen?<BR /><BR /><BR /><BR /><i>Von Ulrike Huber</i><BR /><BR /><BR />Die Südafrika-Variante treibt den Experten weiterhin Sorgenfalten auf die Stirn: Am Wochenende wurden die ersten 2 Corona-Toten vermeldet, die an dieser Variante gestorben sind. <BR /><BR />Es gibt zum Glück auch eine gute Nachricht: Die Arbeit der Testzentren zeigt Erfolg. 4 der im Burggrafenamt positiv Getesteten trugen die Südafrika-Variante in sich und hatten allesamt keine Symptome. Sie wären zur Arbeit gegangen, hätten sie sich nicht müssen testen lassen. „4 klingt auf den ersten Blick nicht viel. Aber wenn man davon ausgeht, dass jeder von ihnen Kontakte hat und ein bis 2 ansteckt, haben wir innerhalb kürzester Zeit viele Infizierte“, kommentiert Sanitätslandesrat Thomas Widmann. Die 4 Betroffenen hätten nicht geahnt, infiziert zu sein, weil sie keine Symptome hatten. „Hätte es die Testpflicht nicht gegeben, wären sie zur Arbeit gegangen“, sagt Widmann. <BR /><BR /><b>„Zahlen lassen hoffen“</b><BR /><BR />Die Corona-Experten im Land hoffen, dass die Südafrika-Variante eingegrenzt werden kann. „Die bisherigen Zahlen lassen uns darauf hoffen“, meint Widmann. Allerdings sei man nicht so blauäugig, zu glauben, man könne die Ausbreitung verhindern – „aber wir versuchen alles“. Insgesamt sind nun 31 Fälle der hochansteckenden Corona-Mutante aus Südafrika bestätigt. Am Wochenende wurden 15 davon gemeldet; sie betreffen Fälle in Mals (1), Schlanders (1), St. Leonhard i. P. (2), Meran (1), Tirol (2), St. Martin i. P. (2), Moos (4), Riffian (1), Partschins (1). <BR /><BR />Zu den bisher 9 betroffenen Gemeinden – Meran, Lana, St. Martin, St. Leonhard und Moos i. Passeier, St. Pankraz, Riffian, Kuens und Mals – sind damit Dorf Tirol, Schlanders und Partschins dazugekommen. Auch für sie gilt nun für Ein- und Ausfahrt aus dem Gemeindegebiet eine Testpflicht. Alle Proben von positiv Getesteten aus den mittlerweile 12 Burggräfler und Vinschger „Südafrika-Gemeinden“ werden eingeschickt. <BR /><BR /><b>Wann kommt die brasilianische Mutante?</b><BR /><BR />„Zusätzlich schicken wir auch Proben nach dem Zufallsprinzip und laut römischen Kriterien aus allen Teilen des Landes zur Sequenzierung ein“, erklärt Sanitätsdirektor Florian Zerzer. Bislang konnten neben den 31 Fällen der südafrikanischen Mutante auch die britische (200), die tschechische (90) und die spanische (220) Variante, zudem 89 weitere Mutationen in Südtirol nachgewiesen werden – die brasilianische zum Glück noch nicht. Weitere Proben liegen in den Labors in Zams, Salzburg, Udine und Padua, Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet. <BR /><BR />Die Fälle der bislang besorgniserregendsten Variante, nämlich der südafrikanischen, werden genau zurückverfolgt und so alle Kontaktpersonen isoliert und getestet. „Es dauert etwa 2 bis 3 Wochen, bis sich das Virus auffällig verbreitet. Bei der britischen Variante hat es leider lange gedauert, bis die Sequenzierungen da waren und wir haben es nicht geschafft, sie einzugrenzen. Da hilft uns der allgemeine Lockdown. Die südafrikanische Mutation ist gefährlicher, jetzt gehen die Sequenzierungen aber schneller und wir hoffen, dass wir es jetzt durch die Testpflicht in den betroffenen Gemeinden schaffen, die Variante einzugrenzen“, sagt Zerzer. <BR />