Donnerstag, 07. Juli 2016

Die Sprachgrenze verläuft durch die Küche

So anders kocht Südtirol: Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Sprachgruppen in Bezug auf Hülsenfrüchte sowie den Konsum von Salz und Ölen. Das hat das Landesinstitut für Statistik (Astat) in seinem Bericht zu den Ernährungsgewohnheiten der Südtiroler festgestellt.

Süß und gesund: beides mögen die Südtiroler
Süß und gesund: beides mögen die Südtiroler - Foto: © Sentres

2016 ist das Jahr der Hülsenfrüchte. Für das Astat der Grund, den Hülsenfrüchte-Konsum der Südtiroler unter die Lupe zu nehmen. Die Zahlen zeigen klar: Die deutschsprachigen Südtiroler essen deutlich weniger Hülsenfrüchte (nur 15 Prozent essen diese wöchentlich) als ihre italienischsprachigen Mitbürger (42 Prozent wöchentlich).

Beides liegt deutlich unter dem nationalen Durchschnitt, der bei 48 Prozent liegt. Ein Drittel der deutschsprachigen Südtiroler behauptet, Hülsenfrüchte nie zu essen.

Salz: Der kleine, feine Unterschied

Ein ähnlich deutlicher Unterschied zwischen den Sprachgruppen zeigt sich bei der Verwendung von Salz und Olivenöl. Drei Viertel der italienischsprachigen Südtiroler sind die Auswirkungen von zu viel Salz bekannt, sie versuchen ihren Salzkonsum einzuschränken. Bei der deutschsprachigen Bevölkerung nehmen hingegen weniger als 60 Prozent Salz als Problem war.

Auch bei der Verwendung von Fetten gibt es klare Präferenzen: 90 Prozent der italienischsprachigen Mitbürger benutzen sowohl beim Kochen, als auch für Salate und belegte Brote Olivenöl. Die deutschsprachige Bevölkerung zieht hingegen zu 34 Prozent andere Öle und zu 7 Prozent Butter vor. Auch bei Salaten und belegten Broten nutzt ein höherer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung lieber andere Öle oder Butter, beinahe 80 Prozent benutzen jedoch ebenfalls Olivenöl.

Südtiroler sind Fleischesser

97 Prozent der Südtiroler essen Fleisch, zwei Drittel sogar mehrmals pro Woche. 23 Prozent verzichten jedoch auf Schweinefleisch. Auch Milch erfreut sich großer Beliebtheit: 86 Prozent konsumieren Milchprodukte wöchentlich. Beinahe 60 Prozent essen täglich Gemüse und 70 Prozent jeden Tag Kohlenhydrate.

Übrigens, Mann und Frau ticken auch beim Essen anders: Männer bevorzugen öfter Fleisch, Frauen öfter Gemüse.

Lieber süß, als salzig

Auch sonst leben die Südtiroler gesund: Nur 3 Prozent konsumieren täglich salzige Snacks wie Chips oder Popcorn; ein Drittel gar gibt an, diese nie zu verzehren. Bei Süßspeisen fällt das Widerstehen den Südtirolern schon schwerer: Nur 7 Prozent können ganz aufs Süße verzichten, beinahe 48 Prozent schnabulieren Süßes täglich oder mehrmals pro Woche. Auffallend ist dabei eines: Je älter, desto weniger wird geknabbert oder genascht.

Mittagessen ist wichtig

Einig sind sich die Südtiroler beim Mittagessen: Es ist das wichtigste Mal des Tages. In den letzten Jahren erfreut sich auch das Frühstück größerer Beliebtheit – fast 12 Prozent sehen es mittlerweile als die wichtigste Mahlzeit des Tages an.

stol/wh

stol