<BR />Viele Frauen erkennen sich selbst nicht mehr wieder – weder körperlich noch emotional. Der eigene Körper spielt plötzlich verrückt: Die Ohren jucken, im Mund schmeckt’s metallisch, nachts rast das Herz, tagsüber die Nerven. Dazu kommen diffuse Schmerzen und eine Reizbarkeit, die den häuslichen wie auch den außerhäuslichen Frieden mitunter auf eine harte Probe stellt. All das hat aber nichts mit Stress oder einer übermäßigen Sensibilität zu tun, betont Dr. Cristina Tomasi. „Und da muss auch keine Frau einfach durch – wie viele von ihren Ärztinnen und Ärzten leider immer noch hören.“ <h3> Hormonschwankungen lange vor den Wechseljahren</h3>Die Ursache für die mannigfaltigen Beschwerden liege im hormonellen Umbruch – und der beginne lange vor den klassischen „Wechseljahren“, von denen man zwölf Monate nach der letzten Regelblutung spricht. Die sogenannte Perimenopause, die der Menopause vorangeht, ist keine kurze Übergangsphase, sondern kann bis zu zwölf Jahre dauern. In dieser Zeit schwanken Östrogen und Progesteron so stark, dass dies nahezu alle Körpersysteme beeinflusst: Nervensystem, Stoffwechsel, Schlaf, Magen-Darm-Trakt sowie Haut und Schleimhäute. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73073939_quote" /><BR /><BR />„Ich erlebe sehr viele Patientinnen mit diffusen Symptomen, die sie sich selbst nicht erklären können – und für die sie oft auch keine klare medizinische Antwort bekommen“, sagt Dr. Cristina Tomasi. Denn viele Ärztinnen und Ärzte erkennen diese Phase nicht, bagatellisieren Symptome und lassen Frauen alleine. Blutwerte sind häufig unauffällig, obwohl der Körper längst reagiert. <BR /><BR />Problematisch wird das vor allem dann, wenn Symptome nicht erkannt, falsch eingeordnet oder schlicht ignoriert werden. Die Folge sind Fehldiagnosen – und Therapien, die am eigentlichen Problem vorbeigehen. So erhalten nicht wenige Frauen Antidepressiva für hormonbedingte Traurigkeit, Rheumamedikamente für Östrogenmangel, Magensäureblocker für Progesteronmangel oder Antibiotika für hormonell bedingte Blasenprobleme.<h3> Aufklärung und Frauen ernst nehmen</h3>Dabei sei das meiste durch das hormonelle Ungleichgewicht erklärbar und behandelbar. „Der Körper beginnt, eine neue Sprache zu sprechen“, sagt Dr. Tomasi. „Wir müssen nur lernen, sie zu verstehen.“ Das sei auch deshalb entscheidend, weil Frauen bei einer Lebenserwartung von über 84 Jahren heute 35 bis 40 Jahre nach der letzten Regelblutung leben. „Früher starben Frauen kurz nach der Menopause. Heute liegt noch ein halbes Leben vor ihnen“, sagt die Fachärztin. Und keine Frau müsse diese Jahrzehnte mit Schmerzen, Schlaflosigkeit und Angst verbringen – sondern könne sie mit Energie, Klarheit, starken Knochen, gesundem Herzen und stabilem Stoffwechsel gestalten. <BR /><BR />Voraussetzung dafür sei jedoch Aufklärung – und die Bereitschaft, Frauen ernst zu nehmen. „Die Jahre ab 40 sind nicht der Anfang vom Ende. Sie sind ein biologischer Wendepunkt, eine hormonelle Neuordnung“, betont Dr. Tomasi. „Diese Jahre können eine zweite Blüte sein – wenn Frauen verstehen, was in ihrem Körper passiert.“ Dann erkennen sie Symptome, treffen informierte Entscheidungen – „und hören auf, sich selbst die Schuld zu geben“. Deshalb stellt die Fachärztin für Innere Medizin und Expertin für Stoffwechselgesundheit sowie bioidentische Hormontherapie den Abend des kommenden Donnerstag, 22. Jänner in den Zeichen der Information über die Frauengesundheit ab 40.<BR /><BR />Jede Frau könne für ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität selbst viel tun. Dr. Tomasi plädiert für einen angepassten Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung, ausreichend natürlichem Licht, Stressmanagement und sozialen Kontakten. Eine korrekte hormonelle Analyse und eine darauf abgestimmte Ersatztherapie mit bioidentischen Hormonen helfen zusätzlich, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen.<h3> Veranstaltungstipp</h3>Eine Veranstaltung für Frauen ab 40, die ihren Körper wirklich verstehen wollen, findet am <Fett>Donnerstag, 22. Jänner</Fett> im Pastoralzentrum in Bozen statt. Dr. Cristina Tomasi spricht ab 20 Uhr darüber, wie sich Hormone und Stoffwechsel ab 40 verändern. Zuvor, ab 18.30 Uhr, Wissenschaft zum Anfassen über Bewegung, Licht, Hormone, Haut und Prävention bei einer Gesundheitsmesse. Eintritt frei.