Der Grund, warum Infektionskrankheiten zurückgegangen sind, ist eine verbesserte Hygiene (beispielsweise sauberes Wasser), eine generell bessere Ernährung der Menschen und die Fortschritte in der Medizin.<BR /><BR /> „Ein wesentlicher Faktor dabei sind auch Impfungen und einige sehr effektive Therapien. Beispielsweise durch Antibiotika“, erzählt Günter Weiß. „Trotz dieser Fortschritte stirbt ein Viertel aller Menschen weltweit unmittelbar durch Infektionskrankheiten. Das sind ca. 20 Millionen Tote pro Jahr.“<h3> Die Rückkehr von alten Bekannten</h3>Die Herausforderung für die Medizin heute ist vor allem, dass einige ihrer Waffen stumpf werden. Etwa die Antibiotika durch Resistenzen bei Bakterien. „Und diese Tendenz steigt, in 20 Jahren werden an Infektionen durch multiresistente Erreger mehr Menschen sterben als an Tumoren.“ An Sepsis sterben heute bereits 20 Prozent der Patienten einer schwer verlaufenden Infektion. Trotz Behandlung! Bei Lungeninfektion gilt ähnliches. Dort sterben ca. 10 Prozent der Patienten.<BR /><BR />Die Rückkehr von Diphterie, Masern oder Kinderlähmung ist ein großes Thema. „Die Erreger dieser Infektionskrankheiten sind nicht ausgerottet, auch wenn Fälle von diesen Krankheiten bei uns kaum noch vorgekommen sind.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959467_image" /></div> <BR /><BR />Der Grund der Rückkehr ist einfach und hat sehr stark mit einem Rückgang der Impfraten zu tun. Beispielsweise bei Masern liegt diese heute bei unter 80 Prozent. “Vor 50 Jahren, als diese Krankheiten noch verbreitet waren, hat jeder die Folgen bei Erkrankten in seinem Umfeld selbst sehen können. Deshalb gab es eine hohe Impfbereitschaft und letztlich eine hohe Durchimpfungsrate in der Bevölkerung. Aufgrund der heute gesunkenen Impfbereitschaft werden wir künftig immer wieder Ausbrüche sehen“, erklärt Günter Weiß.<h3> Ausgewogene Ernährung und Bewegung</h3>Die häufigsten Infektionskrankheiten bei uns sind Atemwegs- und Darminfekte. Was kann man tun, um sich bestmöglich zu schützen? „Bei impfpräventablen Erkrankungen sollte man seinen Impfstatus überprüfen. Man muss sich nicht gegen alles und jedes impfen lassen, aber wo es Sinn macht, sollte man dies tun. Die drei weiteren Säulen sind eine ausgewogene Ernährung, Hygiene und ausreichende Bewegung. Mit ausgewogener Ernährung ist u.a. gemeint, dass man Obst und Gemüse in ausreichendem Maße zu sich nehmen sollte, damit man die erforderlichen Vitamine und Spurenelemente auf natürlichem Wege zu sich nimmt. Außerdem hat man dann automatisch eine ausreichende Versorgung mit Ballaststoffen. Mit ausreichender Bewegung ist gemeint, dass man sich mindestens dreimal die Woche eine dreiviertel Stunde bewegt. Das kann auch Spazieren sein. Das reduziert beispielsweise das Risiko von Atemwegsinfekten um die Hälfte“, gibt Günter Weiß wichtige Tipps. <BR /><BR />Und noch etwas ist wichtig: „Wir werden auch in Zukunft immer wieder auf neue, noch unbekannte Erreger stoßen. Sollte so eine Situation eintreten, sollte man unbedingt kühlen Kopf bewahren. Panik ist immer ein schlechter Ratgeber.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959470_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Immer wieder tauchen neuerdings auch exotische Erreger auf, zusätzlich getrieben durch die Globalisierung und die Klimaerwärmung. Manche Infektionskrankheiten werden durch Vektoren übertragen. <BR /><BR />„Ein Beispiel dafür ist die asiatische Tigermücke, mittlerweile bei uns heimisch. Früher waren diese Überträger von Malaria, Denguefieber oder des Zikavirus nur in den Tropen verbreitet. In Südtirol sind sie mittlerweile normal und sogar Tirol sind sie auch immer häufiger anzutreffen. Ein Exemplar davon habe ich selbst bei mir zu Hause in Innsbruck vor zwei Jahren fotografiert.“<BR />