<BR />Denn die Diagnose lautete: Hodenkrebs. Zwar ist die Erkrankung selten, doch ist sie die häufigste Tumorform bei jungen Männern zwischen 15 und 40 Jahren. Gerade, weil sie anfangs kaum Beschwerden verursacht, bleibt sie oft lange unbemerkt. Dabei sind die Heilungschancen sehr gut – vor allem, wenn die Erkrankung früh erkannt wird. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72304997_quote" /><BR /><BR />„Prävention ist ausgesprochen wichtig“, sagt Dr. Matteo Rani, Facharzt für Urologie in der Marienklinik in Bozen. Der erste Schritt sei, den eigenen Körper zu kennen. „Die Selbstuntersuchung kostet nur eine Minute im Monat, aber sie kann Leben retten.“ Die regelmäßige Selbstabtastung – idealerweise einmal im Monat, am besten nach einer warmen Dusche – hilft, Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Fühlt sich ein Hoden plötzlich härter an als der andere, tritt eine Schwellung auf oder zeigt sich ein kleiner Knoten, sollte man nicht lange zögern, sondern sofort einen Urologen aufsuchen. <BR /><BR />Warum sich in einem Hoden plötzlich Krebszellen bilden, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Einige Risikofaktoren gelten aber als gesichert: Männer mit einem unbehandelten oder zu spät behandelten Hodenhochstand (nach der Geburt sind einer oder beide Hoden nicht vom Bauchraum in den Hodensack abgesunken; Kryptorchismus) haben ein erhöhtes Risiko, ebenso jene mit familiärer Vorbelastung oder früheren Hodentraumen. „Ein gesunder Lebensstil, der Verzicht auf Nikotin und die Behandlung eventueller Erkrankungen des Genitaltrakts tragen wesentlich zum allgemeinen Wohlbefinden bei“, sagt Dr. Matteo Rani. „Man kann Hodenkrebs nicht direkt verhindern, aber wer auf seinen Körper achtet, merkt Veränderungen früher – und das ist entscheidend.“<h3> Die moderne Medizin heilt fast jeden Fall</h3>Die Diagnose eines Hodentumors ist meist unkompliziert: Der Facharzt für Urologie tastet die Hoden ab, führt einen Ultraschall durch und prüft das Blut auf typische Tumormarker. Diese Werte geben Hinweise darauf, ob und wie aktiv ein Tumor ist.<BR /><BR />Wird ein Hodentumor festgestellt, folgt meist rasch die operative Entfernung des betroffenen Hodens. In den meisten Fällen ist nämlich nur ein Hoden betroffen. Es handelt sich um einen vergleichsweise kleinen Eingriff, der stationäre Aufenthalt ist kurz. Der verbleibende Hoden übernimmt anschließend die komplette Hormon- und Samenproduktion. Deshalb hat der Eingriff in der Regel keine Auswirkungen auf die Sexualität oder Zeugungsfähigkeit.<BR /><BR />Je nach Tumorart und Stadium der Erkrankung kann im Anschluss eine Chemotherapie oder Bestrahlung erforderlich sein. In frühen Stadien genügt oft schon die Operation, gefolgt von einer aktiven Überwachung. Die gute Nachricht: Über 95 Prozent der Patienten werden vollständig geheilt, vor allem bei früher Diagnose.<BR /><BR />Tom, der 32-jährige Patient, ist heute krebsfrei und wieder beim Sport. Sein Tumor wurde im Frühstadium erkannt und vollständig entfernt, weitere Therapien waren nicht nötig. „Ich hatte Glück“, sagt er und appelliert an alle Männer, Tabus und Schamgefühle zu überwinden, sich regelmäßig selbst zu untersuchen und bei Auffälligkeiten nicht zu zögern, einen Facharzt für Urologie aufzusuchen. <h3> Der 60-Sekunden-Check </h3>- <b>Wann?</b> Einmal im Monat, am besten nach dem Duschen – dann ist das Gewebe entspannt.<BR /><BR />- <b>Wie?</b> Jeden Hoden einzeln zwischen Daumen und Fingern beider Hände rollen. Auf Knoten, Verhärtungen, Schwellung oder Größenunterschiede achten. Ein weicher Strang hinten (Nebenhoden) ist normal.<BR /><BR />- <Fett>Und wenn was auffällt?</Fett> Nicht googeln, sondern Urologen aufsuchen!<BR /><BR /><BR /><b>Auf diese Symptome sollten Männer achten:</b><BR /><BR />- Knoten oder Verhärtung im Hoden<BR />- Schwellung, Schwere- oder Spannungsgefühl<BR />- Ziehen oder Druck im Unterbauch<BR />- Unterschiedliche Hodengröße<BR />- Schmerzen (selten, aber möglich)<BR />- Flüssigkeitsansammlung im Hodensack<BR /><BR /><b>Merke:</b> Auch ohne Schmerzen kann ein Tumor vorliegen.