Donnerstag, 21. April 2016

Frauen, achtet auf eure Gesundheit!

Für den 22. April wurde erstmals den nationalen Tag der Frauengesundheit ausgerufen, um damit am Geburtstag der Nobelpreisträgerin Rita Levi Montalcini die Gesundheit der Frauen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken.

"Achte auf deine Gesundheit" ist das Motto des kleinen Ratgebers, der anlässlich des Tages der Frauengesundheit vorgestellt wurde.
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"Achte auf deine Gesundheit" ist das Motto des kleinen Ratgebers, der anlässlich des Tages der Frauengesundheit vorgestellt wurde.

In Südtirol ist die Gendermedizin bereits seit geraumer Zeit Thema und wird nun auch bei der Ausbildung in den Gesundheitsberufen berücksichtigt. Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Aktionstages am Donnerstag haben Gesundheitslandesrätin Martha Stocker, die Koordinatorin der Epidemiologischen Beobachtungsstelle des Landes Carla Melani, die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer sowie die Vertreterinnen der Krankenhäuser von Bozen und Bruneck Alessandra Bonometti und Rosmarie Oberhammer die geplanten Initiativen und Aktionen vorgestellt.

Hilfe in Form eines keinen Ratgebers

"Anlässlich des ersten gesamtstaatlichen Tages der Frauengesundheit wollen wir den Frauen eine kleine Hilfe geben, damit sie sich immer wieder an die fünf Kernpunkte eines gesunden Lebensstils erinnern", präsentierte Landesrätin Stocker einen kleinen Ratgeber, der per E-Mail und über die sozialen Medien verbreitet wird.

"Wir wollen Frauen und ihre Freundinnen und Bekannten dazu aufrufen, sich gesund zu ernähren, sich ausreichend zu bewegen, ihren Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren, zur Krebsvorsorge zu gehen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen", erklärte die Landesrätin.
Der Ratgeber soll die Frauen immer wieder daran erinnern, ob als Merkzettel am Kühlschrank, als digitales Dokument am Arbeitsplatz oder als Facebookeintrag.

Wichtig ist: selber gesund sein und gesund bleiben

Dass die Frauen in Südtirol bereits ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein besitzen und auf Prävention setzen, legte die Koordinatorin der Epidemiologischen Beobachtungsstelle Melani kurz dar. Allerdings gelte es aufgrund der Bevölkerungsentwicklung auch weiterhin, vermehrt in vorbeugende Maßnahmen zu investieren und Frauen immer wieder auf einen gesunden Lebensstil hinzuweisen.
Am nationalen Frauengesundheitstag solle außerdem darüber nachgedacht werden, wie Frauen die Zeit geboten werden könne, um auf sich und ihre Gesundheit zu achten. "Damit Frauen ihre vielfältigen Aufgaben wahrnehmen können – vom Berufsleben über die Hausarbeit und Rolle als Mutter bis hin zur Pflege von kranken und älteren Familienangehörigen – müssen sie vor allem eines: selber gesund sein und gesund bleiben", regte Landesrätin Stocker an.

Tag der offenen Tür an den Krankenhäusern von Bozen und Bruneck

Anlässlich des Tages der Frauengesundheit beteiligen sich die beiden Südtiroler Krankenhäuser von Bozen und Bruneck an der Open Week 2016 der nationalen Beobachtungsstelle für die Gesundheit der Frau "Onda". Alessandra Bonometti und Rosmarie Oberhammer stellten bei der Pressekonferenz die Aktionen und Initiativen vor: Infopoints geben Auskunft über die Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Frauenkrankheiten, Fachspezialisten beantworten am Telefon Fragen zur Gesundheit der Frau, Vorträge stellen die Frauensicht in den Mittelpunkt. Die Neurologie, die Gynäkologie und Geburtshilfe, die Psychiatrie, die Onkologie und die Erste Hilfe bei Gewalt an Frauen sind dabei die zentralen Themen der Woche vom 22. bis zum 28. April.
Es gelte dabei vor allem auf die Besonderheiten der Frauen in Gesundheitsfragen hinzuweisen.  Eine Veranstaltungsübersicht der beiden Südtiroler Krankenhäuser gibt es hier.

Gendermedizin: Unterschieden zwischen den Geschlechtern Rechnung tragen

Eng mit dem Thema der Frauengesundheit verbunden ist das Thema der Gendermedizin. "Der Einfluss des Geschlechts auf die Gesundheit, aber auch auf die Vorsorge, die Behandlung und die Rehabilitation kann heute nicht mehr ausgeklammert werden", rief Landesrätin Stocker in diesem Zusammenhang an Aktionen und Initiativen der Vergangenheit in Erinnerung.

Die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Oberhammer erwähnte kurz die verschiedenen Projekte und kündigte ein Symposium zu neurologischen Erkrankungen bei Frauen mit hochkarätigen Referenten am 7. Oktober dieses Jahres in Bozen an.
"Frauen sind durch ihre Doppelrolle zwischen Beruf und Familie täglich Mehrbelastungen ausgesetzt und gesundheitliche Prävention muss oft hinten angestellt werden", stellte Oberhammer fest. Deshalb spiele der Faktor Zeit eine wichtige Rolle, ein Grundsatz den auch die Landesrätin teilte. "Ich kann den Frauen nur nahelegen, sich selber und ihren Körper ernst zu nehmen und sich, so oft als möglich, eine Auszeit zu gönnen", so Stocker. 

stol/lpa

stol