Dienstag, 12. Mai 2020

Heute ist Internationaler Tag der Pflegenden

Am 12. Mai jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale: An ihrem Ehrentag wird jährlich der Tag der Pflegenden begangen. Eine Gelegenheit um einmal lauter als sonst „Danke“ zu sagen.

Jedes Jahr am 12. Mai wird den Pflegenden ganz besonders für ihren Einsatz gedankt.
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Jedes Jahr am 12. Mai wird den Pflegenden ganz besonders für ihren Einsatz gedankt. - Foto: © APA (dpa) / Tom Weller
Besonders in der aktuellen Corona-Pandemie wird noch deutlicher, welchen wertvollen Dienst die Pfleger in den Krankenhäusern, Spitälern und Seniorenwohnheimen leisten.

„Unsere Pflegekräfte setzen sich in den Seniorenwohnheimen unermüdlich für unsere Heimbewohner ein“, lobt der Präsident des Verbandes der Seniorenwohnheime Südtirols (vds) Moritz Schwienbacher. „Dafür verdienen sie unser aller Anerkennung und Dank, aber auch eine finanzielle Honorierung ihrer Arbeit ist erforderlich.“

Hervorragende Arbeit unter schwersten Bedingungen


Unter schwierigsten Bedingungen verrichten die Pfleger derzeit ihren Dienst. „Dank ihres unermüdlichen Einsatzes, aber auch dank ihrer Herzlichkeit, helfen sie den Bewohnerinnen und Bewohnern professionell und menschlich durch diese schwierige Zeit“, sagt Schwienbacher. Da die Verwandten wegen der drohenden Ansteckungsgefahr zurzeit nicht mehr in die Heime dürfen, übernehmen die Pfleger auch diese Aufgabe: Sie sind Gesprächspartner, Mutmacher und Zuhörer.

Ein herzliches „Vergelt's Gott“

Auch in Zukunft werden sie den Heimbewohnern nahe sein: An Feiertagen, am Wochenende und mitten in der Nacht. Der Tag der Pflegenden ist für alle Präsidenten und Direktoren immer ein willkommener Anlass, um allen die in der Pflege tätig sind, noch lauter als sonst, ein herzliches „Vergelt's Gott“ zu sagen.

„Der Zusammenhalt, den man gerade in der jetzigen Zeit spürt, ist wirklich beeindruckend. Alle, egal ob Direktion, Verwaltung und Pflegedienstleitung, sowie alle M Mitarbeiter in der Begleitung, Betreuung und Pflege, der Hauswirtschaft, Küche und Reinigung sowie der Wäscherei und Hausmeisterei leisten zurzeit für die allermeisten Menschen in der Bevölkerung Unvorstellbares“, so der vds in einer Pressemitteilung.

Sanitätsbetrieb: „Krankenpflege ist verlässliche und tragende Säule der Gesundheitsversorgung“

Es sollte ein ganz besonderes Jubiläumsjahr für den Südtiroler Sanitätsbetrieb werden. Aus dem Feiern wird im Moment aber nichts.
„Wir befinden uns im Übergang von der Phase 1 in die Phase 2 der Coronakrise. Wurden in Phase 1 innerhalb weniger Stunden Abteilungen und Dienste zur Versorgung von Menschen mit Covid-19 aus dem Boden gestampft, so geht es jetzt darum, die übrigen Dienste und Abteilungen wieder hochzufahren“, so Marianne Siller, Pflegedirektorin des Sanitätsbetriebes.

In beiden Phasen haben sich die Krankenpfleger auf organisatorischer, professioneller und menschlicher Ebene stillschweigend im Zusammenspiel mit allen anderen Gesundheits- und Sozialberufen den anstehenden Herausforderungen gestellt. Mehr als je zuvor erscheint ein Zitat von Nightingale aktuell: „Wenn man mit Flügeln geboren wird, sollte man alles dazu tun, sie zum Fliegen zu nutzen!“

„Die Krankenpflege hat ihre Flügel wieder einmal mehr gezeigt und bewiesen, dass sie eine verlässliche und tragende Säule der Gesundheitsversorgung ist, so etwa bei der Testung der Bevölkerung, bei der Durchführung der Prä-Triage in den Notaufnahmen, in der Versorgung der Menschen mit Covid-Verdacht in den Isoliereinheiten, in den neuen Covid-Abteilungen, in der neuen Intensiveinheit, in den Seniorenwohnheimen, in der häuslichen Versorgung“, schreibt der Sanitätsbetrieb in einer Pressemitteilung.

Motto: „Die Welt gesund pflegen“

Als ob es der ICN, der Internationale Rat der Krankenpflege, geahnt hätte, rief er das heurige Motto “Nursing the world to health“ („Die Welt gesund pflegen“) aus – gerade in diesen Monaten und Wochen hat sich gezeigt, wieviel Bedarf an Pflege besteht.

„Den Mitarbeitern im Pflegebereich gilt mein aufrichtiger Dank und meine uneingeschränkte Anerkennung für das Geleistete“, so Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. „Sie haben sich in dieser unvermutet aufgetretenen Pandemie als kompetent, flexibel und äußerst belastbar gezeigt. Abteilungs- und Planungsgrenzen waren plötzlich aufgehoben, zum Wohl der vielen Patienten sind eigene und familiäre Interessen vielfach untergeordnet worden.“

Schrittweiser Übergang zum Normalbetrieb

Doch nun brauche es auch wieder den schrittweisen Übergang zum Normalbetrieb: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen, damit sie selbst gesund bleiben, wieder verkraftbare Rhythmen, in ihrem Dienst, auf ihrer Abteilung.“

Denn die Belastungen, verbunden mit den ganz alltäglichen Schwierigkeiten, mit denen jeder von uns zu kämpfen hatte, können Spuren hinterlassen, warnt Siller: „Wir haben zwar für psychische und psychologische Unterstützung gesorgt, aber trotzdem ist der Grat in Richtung posttraumatische Belastungsstörungen schmal. Wir sind in der Pflegende, Heilende, Lehrende, Leitende und Fürsprechende. Um diesen wichtigen Aufgaben auch zukünftig gerecht werden zu können, ist es mir ein Anliegen, allen mitzugeben: Schaut auf euch, vergesst nicht das, was euch guttut und seid sorgsam… auch und vor allem mit euch selbst!“

stol

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