Yvonne Vorhauser, im Web als „Oktotussi“ bekannt, untersucht unsere Hausmittel. <BR /><BR /><BR />Schöllkraut (lat.: Chelidonium majus) ist ein in Südtirol wild vorkommendes, gelb blühendes Kraut. In der Volksmedizin verwendete man den gelben Milchsaft aus der Pflanze, um Warzen zu behandeln. Diese Anwendung ist heute nicht mehr zeitgemäß. Erfahre wie es zur therapeutischen Wende kam, welche anderen Eigenschaften Schöllkraut hat und welcher Arzneistoff aus der Natur wirklich bei Warzen helfen kann. <h3> Es gibt keine Studie, die eine Anwendung von Schöllkraut bei Warzen rechtfertigt</h3>Warzen entstehen meistens durch humane Pappilomaviren (HPV). Man könnte einen antiviralen Effekt von Schöllkrautmilchsaft vermuten. Ein Blick in die Fachliteratur bestätigt einen solchen aber nicht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="739364_image" /></div> Die einzige eindeutig nachgewiesene Wirkung von Schöllkraut ist seine krampflösende. Auf diese stützt sich auch die Empfehlung der ESCOP, einer europäischen Fachgesellschaft für Phytotherapie (Naturheilkunde), zur symptomatischen Behandlung leichter und mittlerer Krämpfe des oberen Gastrointestinaltrakts.<BR /><BR />Nachdem die alkaloidhaltige Pflanze Anfang der 2000er in Verruf kam, da sie bei längerer Einnahme potenziell zu Leberschädigungen führt, ist sie nur mehr mit stark reduziertem Wirkstoffgehalt im Handel erlaubt und wird deshalb kaum mehr angeboten.<h3> Vermutlich sind im Milchsaft enthaltene Alkaloide für die ehemalige Verwendung bei Warzen verantwortlich</h3> Die in Schöllkraut enthaltenen Alkaloide wirken der Zellteilung entgegen und könnten der Grund für die frühere Verwendung des Milchsafts bei Krätze und Warzen sein. Die Wirkung des Safts scheint aber nicht ausreichend stark gewesen zu sein, als dass sie in der modernen Pflanzenheilkunde einen Stellenwert verdient hätte.<h3> Salicylsäure aus der Weidenrinde als wirksame Alternative zur Warzenbehandlung</h3>Nach einem Blick in die Fachliteratur wird davon ausgegangen, dass das Schöllkraut keine bis kaum eine Wirkung gegen Warzen hat. <BR /><BR />Ein im Gegensatz zu Schöllkraut bewiesen wirksames Warzenmittel aus der Natur ist der Arzneistoff Salicylsäure, dem wir erstmals als Inhaltsstoff der Weidenrinde begegneten und später auch in anderen Pflanzen finden konnten. Salicylsäure wird gern in Alkohol gelöst und in dieser Form (Tinktur) direkt auf die Warze aufgetragen. Sie weicht das gewucherte Gewebe so stark auf, dass es schichtweise nach jeder Anwendung weiter abgeschabt werden kann, bis es ganz verschwindet. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />ZUR PERSON<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="731480_image" /></div> <BR />Yvonne Vorhauser ist gebürtige Brixnerin und Wahlwienerin. In ihrem Pharmaziestudium kam sie erstmals mit der Naturheilkunde in Kontakt und seitdem ist sie begeisterte Kräuterhexe. <BR />Hintergrundwissen über die Chemie der Inhaltsstoffe und die Gabe, Informationsquellen kritisch zu hinterfragen, helfen ihr dabei, wirksame Pflanzen von unwirksamen zu unterscheiden. <BR />Auf ihrem eigenen Blog <a href="https://oktotussi.com" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Oktotussi </a> schreibt Yvonne über Naturheilmittel, essbare Wildpflanzen und Weitwanderungen – ihre drei Leidenschaften. Auch auf <a href="https://www.instagram.com/oktotussi/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Instagram </a> ist die Oktotussi aktiv. Hier hält sie Follower über alle neuen Artikel am Blog informiert, gibt ab und an kleine Kräuterwanderungen und teilt Wildkräuterrezepte. <BR />