Yvonne Vorhauser, im Web als „Oktotussi“ bekannt, untersucht unsere Hausmittel. <BR /><BR /><BR /><BR />Bei Erkältungen wird seit jeher der vermeintlich hustenstillende und entzündungshemmende Thymiantee empfohlen. Die Anwendung hat nach heutigem Wissensstand auch alle Berechtigung. Eine schleimlösende und krampflösende Wirkung macht das Kraut zum Multitalent gegen fast jede Art von Husten. Zudem unterstützen verschiedene Wirkstoffe auch die Heilung des Atemwegsinfekts. <h3> Anerkennung von Thymian als Heilpflanze</h3>Nach Auswertung der Ergebnisse von zahlreichen Studien gilt die krampflösende, auswurffördernde (schleimlösend) und antibakterielle Wirkung von Thymiankraut (T. vulgaris und T. zygis) als gesichert. Während die europäische Arzneimittelbehörde das Kraut dennoch lediglich als traditionelles Heilmittel bei produktiven (= schleimigen) Husten anerkennt, empfiehlt die ESCOP (eine europäische Fachgesellschaft für Phytotherapie) es bei allen Schleimhautentzündungen der Atemwege und zusätzlich bei Keuchhusten (adjuvant), Zahnfleischentzündung und Mundgeruch. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="737375_image" /></div> <BR />IIm ätherischen Thymianöl, welches durch Wasserdampfdestillation des Krauts gewonnen wird, hat man zusätzlich eine schmerzlindernde und eine Eigenschaft gefunden. Für diese Wirkung konnte man das enthaltene Thymol hauptverantwortlich machen. <BR /><BR />Thymol und Carvacrol, ein anderer Stoff aus dem ätherischen Öl, sind zusätzlich entzündungshemmend und antibakteriell. <h3> Thymian ist nicht gleich Thymian!</h3>Tatsächlich gibt es über 200 verschiedene Arten von Thymian weltweit. Lediglich zwei davon sind anerkannt wirksam. Diese heißen Thymus vulgaris, auf deutsch Gartenthymian und Thymus zygis, der Spanische Thymian. <BR /><BR />Thymiane haben sehr unterschiedliche Inhaltsstoffe. Selbst innerhalb einer Art kann es zu großen Abweichungen im Spektrum kommen – man unterscheidet sogenannte Chemotypen. Dies hat zur Folge, dass es von der gleichen Thymianart unterschiedliche ätherische Öle gibt. Sie werden je nach ihrer Hauptkomponente entweder ätherisches Thymianöl vom Thymoltyp, Carvacroltyp oder Linalooltyp genannt. Bei qualitativ hochwertigen Ölen ist der Chemotyp auf dem Fläschchen angegeben. <BR /><BR />Der bei uns in den Bergen wachsende Thymian hat zwar auch eine leicht heilende Wirkung, ist den beiden wissenschaftlich anerkannten Arten jedoch unterlegen. <h3> Hustenlindernde Wirkung</h3>Die krampflösende Wirkung von Thymiankraut ist bei trockenem Husten sehr willkommen. Meist ist dieser durch physikalische Reize und ein dadurch entstehendes Kitzeln im Hals ausgelöst. Es kommt zu einem Zusammenkrampfen der Bronchien und damit zu Husten. Die schleimlösende Wirkung hingegen kommt bei produktivem Husten zur Geltung. Durch die Reduzierung des Schleims, wird auch der Hustenreiz allmählich weniger. <BR /><BR />Zu einem gewissen Teil spielen in die Wirkung des Tees auch die Komponenten des in der Pflanze enthaltenen ätherischen Öls hinein. Da Thymianöl schmerzlindernd wirkt, kann man auch davon ausgehen, dass das verringerte Schmerzempfinden zu einem erleichterten Abhusten von Schleim führen kann. <h3> Alle Berechtigung zum Einsatz als Hustentee</h3>Thymiantee gilt aufgrund zahlreicher Studienergebnisse auch in der modernen Pflanzenheilkunde als Hustentee für alle Fälle. Er wirkt nämlich nicht nur bei produktivem oder trockenem Husten, wie es viele andere Heilkräuter tun, sondern bei beiden Formen. <BR /><BR />Da es beim Kraut aufgrund von Art und Chemotyp zu großen Wirkunterschieden kommt, sollte gut überlegt werden, woher und welches bezogen wird. Während Käufern Qualitätsthymian aus der Apotheke empfohlen wird, sei Gartenfreunden der Saatgutbezug von renommierten Anbietern geraten. <BR /><BR /><BR />ZUR PERSON<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="731480_image" /></div> <BR />Yvonne Vorhauser ist gebürtige Brixnerin und Wahlwienerin. In ihrem Pharmaziestudium kam sie erstmals mit der Naturheilkunde in Kontakt und seitdem ist sie begeisterte Kräuterhexe. <BR />Hintergrundwissen über die Chemie der Inhaltsstoffe und die Gabe, Informationsquellen kritisch zu hinterfragen, helfen ihr dabei, wirksame Pflanzen von unwirksamen zu unterscheiden. <BR />Auf ihrem eigenen Blog <a href="https://oktotussi.com" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Oktotussi </a> schreibt Yvonne über Naturheilmittel, essbare Wildpflanzen und Weitwanderungen – ihre drei Leidenschaften. Auch auf <a href="https://www.instagram.com/oktotussi/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Instagram </a> ist die Oktotussi aktiv. Hier hält sie Follower über alle neuen Artikel am Blog informiert, gibt ab und an kleine Kräuterwanderungen und teilt Wildkräuterrezepte.