Freitag, 29. April 2016

„Ich wollte nie Kinder“: Über 500 Abtreibungen im Jahr

Zu jung. Zum falschen Zeitpunkt. Vom Falschen. Manche Frauen, die schwanger sind, haben das nicht gewollt. 2015 wurden in Südtirol 517 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt.

Nicht bereit für ein Kind: Über 500 Schwangerschaftsabbrüche wurden 2015 in Südtirol verzeichnet.
Nicht bereit für ein Kind: Über 500 Schwangerschaftsabbrüche wurden 2015 in Südtirol verzeichnet. - Foto: © shutterstock

Wie das Landesinstitut für Statistik in einer Aussendung mitteilt, entspreche die Zahl 517 einem Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „9 von 10 der betroffenen Frauen sind im Land ansässig“, schreibt das ASTAT.

Somit bestätige sich der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend der durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche bei den Inländerinnen. Bei den Ausländerinnen seien die Abbrüche in den vergangenen Jahren auf etwa demselben Niveau geblieben. „Im Jahr 2015“, schreibt das ASTAT, „entfallen 43,7 Prozent aller freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche auf ausländische Frauen.“

Auffallend: 22,6 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche in Südtirol entfallen auf Frauen mit osteuropäischer Staatsbürgerschaft. Kleinere Prozentzahlen entfallen auf Frauen, die aus Afrika (7 Prozent) und aus Asien (6,4 Prozent) stammen.

"Bin noch zu jung"

Die Gründe, warum die Frauen sich gegen eine Schwangerschaft entscheiden, sind vielschichtig: „Ich wollte nie Kinder“, „Ich bin noch zu jung“ oder „Ich habe nicht den passenden Partner“ sind nur einige Argumente, die Frauen anbringen, wenn sie sich für den Schwangerschaftsabbruch entschieden haben. Für andere ist es „der falsche Zeitpunkt“, einige waren ungewollt bei einem Seitensprung schwanger geworden und wieder andere wollen „nicht noch ein Kind“. Dies teilte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker bereits Anfang 2015 auf eine Anfrage des Freiheitlichen Walter Blaas mit.

  

Ausschnitt aus der Antwort von Martha Stocker auf die Anfrage der Freiheitlichen (Jahr 2015)

 

stol

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