Mittwoch, 03. August 2016

Lauschangriff in der Apotheke: Kunden beklagen mangelnde Privacy

Immer häufiger beklagen Konsumenten die mangelnde Diskretion in Südtirols Apotheken. Daher beschloss man in der VZS, die Lage in den Bezirken genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Einige Konsumenten, so berichtet die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), fühlten sich nämlich beim Besuch in der Apotheke in ihrer Privatsphäre verletzt. „Sie werfen den Apotheken vor, beim Gespräch mit dem Verkäufer an der Theke nicht genügend Schutz gegenüber Lauschattacken von Dritten zu bieten“, heißt es in der Aussendung. Kunden, die auf dem Land wohnen, hätten sogar berichtet, dass sie aus Diskretionsgründen und mit einem beträchtlichen Mehraufwand ihre Medikamente bei städtischen Apotheken kaufen würden.

Also entschied die Verbraucherzentrale, sich selbst ein Bild von der aktuellen Situation in Südtirols Apotheken zu machen. Insgesamt wurden 15 Apotheken in ganz Südtirol besucht.

Der Test

In erster Linie wurde kontrolliert ob Bodenmarkierungen, Schilder oder Abgrenzungen vorhanden sind, die ein diskretes Kundengespräch garantieren sollen. Zusätzlich wurde getestet, ob man beim Aufdrängen zum Vordermann ermahnt bzw. vom Verkäufer gebeten wurde, einen ausreichenden Abstand einzuhalten.

Die Ergebnisse

Fakt sei, so schreibt die VZS, dass nur in einer der 15 Apotheken eine Bodenmarkierung auf den gewünschten Abstand hingewiesen habe. In zwei weiteren Apotheken war ein Schild vorzufinden, das die Kunden auf die Einhaltung des Abstandes hinwies. In den restlichen 12 Apotheken hoffte man laut VZS vergeblich auf ein vertrauliches Gespräch in diskretem Ambiente.

„Grundsätzlich war es für unseren Diskretionslockvogel in allen 15 Apotheken überhaupt kein Problem, dem Gespräch zwischen dem Verkaüfer und dem Vordermann zu folgen“, berichtet die VZS. „Auch beim konkreten Aufdrängen zum Vordermann gab es nie eine Ermahnung von Seiten des Apothekenpersonals – allenfalls erntete man einen schiefen Blick.“

Die (erhofften) Folgen

„Wir fordern die Gesundheitslandesrätin auf, darauf zu achten, dass die in der Gesundheitsreform vorgesehene bedarfsorientierte und wohnortnahe Gesundheitsversorgung durch die Apotheken auch im Bereich der Patientenprivacy umgesetzt wird“, betonte VZS-Geschäftsführer Walter Andreaus. „Hier werden nämlich Patientenrechte verletzt.“

stol