Bis 14. März ist Südtirol noch im Lockdown, und diese Notbremse wirkt: Die Infektionszahlen gehen zurück. Vor allem die Wirtschaft drängt daher auf Öffnung von Geschäften und Gastbetrieben. Kann sich Südtirol das leisten oder riskiert das Land mit einer raschen Öffnung einen weiteren „Rückfall“? Eine Verlängerung des Lockdown ist jedenfalls nicht vom Tisch. <BR /><BR /><BR /><i>Von Barbara Varesco</i><BR /><BR /><BR /><BR />14. März, und keinen Tag länger! Die Wirtschaft macht bereits Druck für die Zeit nach dem Lockdown. Heute soll im Wirtschaftsring eine gemeinsame Position abgesteckt werden. So fordert hds-Präsident Philipp Moser eine Öffnung des Handels. „Mit verpflichtenden Tests für alle. Das kostet viel weniger als der Lockdown“. Mobil macht auch der HGV. „Da die Infektionen sinken, sollten Restaurants zumindest zu Mittag aufmachen“, so Präsident Manfred Pinzger. Die Gastronomie ist am 14. März seit 5 Wochen geschlossen.<BR /><BR />Hintergrund ist auch das Hilfspaket der Landesregierung. 450 statt der versprochenen 500 Millionen Euro sind für die Wirtschaft vorgesehen – 100 Millionen Euro für Verlustbeiträge für Kleinbetriebe, 280 Millionen für die zweite Schiene über Fixkostenabrechnung, 70 Millionen Euro bleiben in Reserve. Weil das Paket erst durch den Landtag muss, sind Ansuchen im April, die Auszahlungen für Verlustbeiträge frühstens im Mai zu erwarten. Bis dahin bleibt als Alternative nur Arbeit, wenn sie denn erlaubt würde. <BR /><BR /><b>„Tut vielleicht weniger weh“</b><BR /><BR />Allemal bezeichnen einige Landesräte gegenüber eine Öffnung der Gastronomie als wenig realistisch, jene des Handels vielleicht. Denn: Die Infektionszahlen in Italien steigen. Von Touristen keine Spur. Im Raum steht deshalb auch die Überlegung, ob ein verlängerter Lockdown jetzt nicht „weniger weh tut“, als später wieder zusperren zu müssen.<BR /><BR />Trotz eindeutig rückläufiger Zahlen, die beweisen, dass die Maßnahmen wirken, ist für Landesrat Widmann derzeit „eindeutig Vorsicht“ angesagt: „Wir haben anomale Verläufe, mit Patienten, die schnell ins Spital müssen. Der Druck auf die Intensivbetten ist weiter hoch.“ Dazu kommen große Unsicherheiten mit den Mutationen des Virus. <BR /><BR /><b>Mutationen sind die neue Sorge</b><BR /><BR />Auch der Biostatistiker Markus Falk weist darauf hin, dass die Zahlen besser werden. Um den 14. März dürfte die Wocheninzidenz zwischen 170 und 240 Fällen auf 100.000 Einwohner liegen (aktueller Wert: 363).<BR /><BR /> Dennoch spricht Falk von einer „heiklen Phase“, der Erfolg könnte schnell wieder verspielt werden. Schuld daran wären vor allem die Mutationen, die viel infektiöser sind. Falk: „Betroffen sind jetzt auch Kinder, mit durchaus problematischen Verläufen. Die Infizierten bleiben statt 10 auch 14 Tage ansteckend und produzieren mehr Folgefälle, was die Krankenhauslast um 30 bis 50 Prozent erhöht. Wir können uns also nur mehr die Hälfte der Fälle leisten. Da kann eine Woche zu früh viel ausmachen.“<BR />