Sonntag, 13. September 2020

Mehr Sensibilität für Leben mit Demenz

Die Gesellschaft muss „demenz-sensibler“ werden. Dieses Ziel hat sich die selbst an Demenz erkrankte Helga Rohra aus Deutschland gesetzt. Dafür reist die Demenz-Aktivistin jetzt nach Südtirol.

Helga Rohra bezeichnet sich selbst als „Demenz-Aktivistin“. Am Mittwoch kommt die Deutsche, die selbst an Demenz erkrankt ist, nach Bozen.
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Helga Rohra bezeichnet sich selbst als „Demenz-Aktivistin“. Am Mittwoch kommt die Deutsche, die selbst an Demenz erkrankt ist, nach Bozen. - Foto: © z
Selbst über den Bildschirm ist beim Video-Call mit Helga Rohra zu spüren: Diese Frau weiß genau, was sie sagt. Zumindest in diesem Moment. „In zehn Minuten kann das wieder ganz anders sein. So wie mir beim Schauen von Filmen Handlungsstränge abhandenkommen“, erklärt sie später im Interview. Dann helfen etwa handschriftliche Notizen, wie sie neben dem Bildschirm liegen. Rohra geht also gut vorbereitet in das Gespräch mit der „Zett“ – und mit Vorfreude. Am Mittwoch ist sie nämlich nach Bozen zu einer ASAA-Filmpremiere geladen und sagt: „Ich bin schließlich Demenz-Aktivistin.“

Weiter erklärt sie: „Bei wir wurde mit 54 Jahren Demenz diagnostiziert, ich bin also selbst eine Betroffene.“ Und auch schon früher habe sie sich – auch aus persönlichen Gründen – politisch stark für Menschen mit Autismus engagiert. Jetzt geht es ihr vor allem darum, die Gesellschaft „demenz-sensibler“ zu machen und mit hartnäckigen Vorurteilen aufzuräumen.


stol