Dienstag, 01. Dezember 2020

Mein Leben mit HIV: „Damals war es das Todesurteil“

Im Schatten von Corona breitet sich in Südtirol auch ein anderes Virus aus: Etwa 25 Menschen stecken sich im Land jedes Jahr mit HIV an. 2020 waren es nur 9. Ein gutes Zeichen? Im Gegenteil: Viele Infizierte bleiben unerkannt und bekommen ihre Therapie später, als sie sie bräuchten. Markus Telser aus Schluderns hat am eigenen Leib erfahren, was das bedeuten kann: Er verlor wegen HIV sein Augenlicht.

9 Südtiroler haben 2020 die Diagnose „HIV positiv“ bekommen. Glaubt man der Statistik, sind mindestens noch einmal so viele ebenfalls infiziert – aber wissen es nicht. Markus Telser hat erlebt, was das bedeuten kann.
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9 Südtiroler haben 2020 die Diagnose „HIV positiv“ bekommen. Glaubt man der Statistik, sind mindestens noch einmal so viele ebenfalls infiziert – aber wissen es nicht. Markus Telser hat erlebt, was das bedeuten kann. - Foto: © privat

Markus Telser ist ein Mann, der in seinem Leben viele Rückschläge verkraften musste; mehr, als sich manch einer in seinen schlimmsten Albträumen ausmalen kann. Von Geburt an leidet der Vinschger an Hämophilie, ist Bluter. Dagegen wird dem 1966-Geborenen Blutplasma gespritzt. Jahrelang muss er dafür als Kind nach Innsbruck, später bekommt er die Therapie in Südtirol. Was damals niemand ahnt: Mit den Blutplättchen sickert noch etwas Anderes in die Venen des jungen Patienten – 2 Viren, jedes für sich genommen tödlich. Telser erwischen beide: HIV und Hepatitis C.

kn