Yvonne Vorhauser, im Web als „Oktotussi“ bekannt, untersucht unsere Hausmittel. <BR /><BR />Ingwer ist eines der beliebtesten Hausmittel überhaupt. Ob Husten, Fieber oder Heiserkeit, der Wurzelstock aus Asien verspricht Abhilfe bei allen erdenklichen Erkältungsleiden. Doch ist seine Wirkung auch wissenschaftlich bewiesen? Im Artikel gibt es nicht nur die Antwort auf diese Frage, sondern auch Informationen über weitere Anwendungen des Küchengewürzes.<h3> Gegen Entzündung, Fieber und Schmerzen</h3>In Studien (in vitro und in vivo) konnte man eine entzündungshemmende, fiebersenkende und schmerzlindernde Eigenschaft von Ingwerextrakten feststellen. Verantwortlich für diese sind vor allem die in Ingwer enthaltenen Gingerole, welche sich bei passender Lagerung in die noch stärker wirksamen Shogaole umwandeln. Gingerole und Shogaole sind Scharfstoffe, die ähnlich wie das uns bekannte Ibuprofen in Körpervorgänge eingreifen, welche das Entstehen von Entzündung, Schmerz und Fieber begünstigen.<BR /><BR />Europäische Kommissionen, deren Aufgabe es ist, die Anwendung von Heilkräutern in einen wissenschaftlichen Kontext zu bringen (HMPC, ESCOP), empfehlen Ingwer zwar (noch) nicht eindeutig bei Erkältungskrankheiten, erkennen aber die durch Studien bewiesenen Eigenschaften an. Auch im Pharmaziestudium wird Ingwer als entzündungshemmendes Naturheilmittel erwähnt.<BR /><BR />Im Gegensatz zu den europäischen Kommissionen sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Wirkung von Ingwer bei Erkältungsleiden bereits als gesichert und listet ihn explizit als Grippe- und Erkältungsmittel. Dies macht deutlich, wie unterschiedlich Studienergebnisse gedeutet werden können.<h3> Roher Ingwer enthält die meisten Wirkstoffe</h3>Grundsätzlich gilt, solange eine Ingwer-Zubereitung noch scharf schmeckt, sollten wirksame Gingerole und Shogaole enthalten sein. Dies gilt für Tee, als auch für kulinarische Kreationen.<BR /><BR />Ist das Ziel jedoch, das Maximum an Heilkraft aus Ingwer herauszuholen, sollte auf das Rohprodukt oder den Presssaft (als Ingwershot im Handel erhältlich) gesetzt werden. In Extrakten (Tee ist ein wässriger Extrakt) löst sich nie das gesamte Inhaltsstoffspektrum und durch Hitze werden Wirkstoffe zudem teilweise zerstört.<h3> Bei Reisekrankheit, Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden</h3>Tatsächlich wird Ingwer in Fachkreisen weniger für seine Wirkung bei Erkältungskrankheiten geschätzt, mehr für seinen beruhigenden Effekt bei Übelkeit. Patienten, die unter postoperativen Erbrechen leiden oder Reisekranken kann das Kauen auf einem Stück Ingwer rasche Erlösung bringen. Auch für diese Wirkung sind die Gingerole und Shogaole verantwortlich.<BR /><BR />In Ingwer enthaltene Bitterstoffe machen den Wurzelstock zudem zu einem guten Mittel für den Darm und den Magen. Eingesetzt wird Ingwer bei Blähungen, Verdauungsbeschwerden und leichten Krämpfen.<BR /><BR />Fazit ist: Ingwer hilft bei Erkältungsleiden!<BR />Trotz der noch ausstehenden europäischen Listung von Ingwer als Erkältungsmittel kann man aufgrund zahlreicher Studienergebnisse davon ausgehen, dass der Wurzelstock eine heilende Wirkung auf entzündete Hälse, Bronchien und Nasen hat. Nebenbei kann er sogar noch bei anderen Befindlichkeitsbeschwerden wie Blähungen oder verdauungsbedingten leichten Bauchkrämpfen helfen.<BR /><BR /><BR /><BR />ZUR PERSON<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="731480_image" /></div> <BR />Yvonne Vorhauser ist gebürtige Brixnerin und Wahlwienerin. In ihrem Pharmaziestudium kam sie erstmals mit der Naturheilkunde in Kontakt und seitdem ist sie begeisterte Kräuterhexe. <BR />Hintergrundwissen über die Chemie der Inhaltsstoffe und die Gabe, Informationsquellen kritisch zu hinterfragen, helfen ihr dabei, wirksame Pflanzen von unwirksamen zu unterscheiden. <BR />Auf ihrem eigenen Blog <a href="https://oktotussi.com" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Oktotussi </a> schreibt Yvonne über Naturheilmittel, essbare Wildpflanzen und Weitwanderungen – ihre drei Leidenschaften. Auch auf <a href="https://www.instagram.com/oktotussi/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Instagram </a> ist die Oktotussi aktiv. Hier hält sie Follower über alle neuen Artikel am Blog informiert, gibt ab und an kleine Kräuterwanderungen und teilt Wildkräuterrezepte.