Wissenschaftler haben erforscht, warum viele den Montag als irgendwie „schlimmen“ Tag erleben – und wie wir ihn freudiger begrüßen können. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Die ganze Arbeitswoche liegt noch vor einem. Man hat noch nichts geschafft: Logisch, dass man montags eher durchhängt als an anderen Tagen der Woche. Oder? <BR /><BR />Eigentlich fühlen wir uns an Montagen nicht unbedingt schlechter als an anderen Tagen, sagt Arbeitspsychologe Oliver Weigelt. Gemeinsam mit seinem Team am Institut für Psychologie der Universität Leipzig hat er sich in einer Studie dem Thema genähert und herausgefunden, warum der Übergang in die neue Arbeitswoche oft trotzdem so schwerfällt.<BR /><BR /><b>Knacks im Wohlbefinden</b><BR /><BR />„Im engeren Sinne gibt es den Montags-Blues so nicht“, erklärt Weigelt. „Das Verständnis von Montags-Blues ist häufig, dass das Wohlbefinden an Montagen schlechter ist als an anderen Arbeitstagen. Dafür findet sich aber keine Evidenz.“ Im Rahmen einer Tagebuchstudie hätten knapp 100 Personen intensiv ihr Wohlbefinden dokumentiert. „Es gibt aber größere Studien mit zum Teil über 300.000 Befragten, die zu einem ähnlichen Ergebnis kommen. Kurz gesagt: Entgegen der Empfindung des Montags-Blues ist das Wohlbefinden montags nicht geringer als dienstags, mittwochs und donnerstags“, sagt der Arbeitspsychologe. <BR /><BR />Aber: Es gibt Unterschiede zwischen dem Wohlbefinden am Wochenende und dem unter der Woche. „Da gibt es eine relativ starke Verschlechterung, wenn das Wochenende sich dem Ende zuneigt.“<BR /><BR /><b>Das zehrt an den Energiereserven</b><BR /><BR />Daher gehe es wohl gar nicht unbedingt um den Montag. Vielmehr lasse das Ergebnis der Forschungsarbeiten wahrscheinlich ganz gut generalisieren: „Es ist ein relativ robuster Effekt festzustellen, dass bereits der Beginn der Arbeitswoche an unseren Energiereserven zehrt. Über 2 Tage am Wochenende baut man ein Vitalitätspolster auf. Dieses Polster büßt man aber oft schon am ersten Tag der Arbeitswoche wieder ein“, erklärt Weigelt.<BR /><BR />Dass vielen vor dem Montag richtiggehend graue, hänge laut Weigelt an dem Kontrast zwischen dem Wochenende und der Arbeitswoche. Bei vielen Berufstätigen seien die Unterschiede zwischen freien Tagen und unter der Woche groß: Sie stehen während der Arbeitswoche zum Beispiel früher auf, als ihnen vielleicht guttut. Am Wochenende oder an arbeitsfreien Tagen sind die Abläufe außerdem oft entspannter und etwas entzerrter. Das führt dazu, dass der Montag im Kontrast etwas schlimmer erlebt wird.<BR /><BR /><b>Wie wir in Schwung kommen</b><BR /><BR />„Viele stellen am Wochenende ihren ganzen Tagesablauf um. Davon ist zum Beispiel der Schlaf betroffen. Menschen berichten, dass sie dann aber zum Beispiel am Sonntagabend schlecht einschlafen oder nicht gut durchschlafen können“, sagt Weigelt. „Der Übergang in die neue Woche verursacht also bei vielen psychische Kosten. Das macht es uns erst mal schwerer, in Schwung zu kommen.“<BR /><BR />Wie kann man sich selbst austricksen und den Übergang etwas entspannter gestalten? „Ich würde an verschiedenen Stellen ansetzen“, sagt der Arbeitspsychologe. „Der Übergang in die Woche ist eine stressige Situation. Vorfreude kann helfen, das besser zu meistern. Man kennt das, wenn man privat Pläne hat und besonders leicht aus dem Bett kommt, weil man sich auf den Tag freut. Je mehr ich mich also auch auf meine beruflichen Aufgaben freue, desto mehr kann ich von dem Schwung aus dem Wochenende mitnehmen.“<BR /><BR /><b>Der Trick mit dem Job-Crafting</b><BR /><BR />Im Klartext: Man solle alles tun, was dazu beiträgt, die Arbeit angenehmer zu gestalten. Man nennt das auch Job-Crafting: Oft hat man Spielräume, seine individuellen Arbeitsbedingungen etwas anzupassen. Etwa, indem man sich mehr von den Aufgaben sucht, die man gerne mag oder häufiger mit den Lieblingskolleginnen zusammenzuarbeiten.<BR /><BR />Es kann auch um die Arbeitszeiten gehen. Vielleicht fällt einem der Übergang in die neue Woche leichter, wenn man flexible Arbeitszeiten hat, die gut zu seinem Biorhythmus als Frühaufsteher oder Langschläfer passen. Viele Organisationen seien dafür offen.<BR /><BR />Auch Selbstmanagement spielt laut Weigelt eine Rolle: „Es geht darum, zu überlegen, welche Aufgaben liegen mir gut, welche sind anspruchsvoller? Es kann dann helfen, den Montag eher mit Routineaufgabe zu belegen. Aus der Forschung wissen wir: Wenn wir schnell Erfolgserlebnisse haben, hilft uns das, in den Flow zu kommen. Das wiederum ist ein Auslöser von guter Stimmung. Direkt einige Aufgaben wegzuarbeiten, kann also dazu beitragen, gut in den Montag reinzukommen“, sagt der Experte.<BR />