Mittwoch, 24. Mai 2017

Neuer WHO-Chef: Arztbesuch muss leistbar sein

Der Gang zum Arzt darf auch Patienten in armen Ländern nicht in den Ruin treiben, betont der künftige WHO-Chef Adhanom Ghebreyesus Tedros . Seine Organisation wolle den Staaten bei den nötigen Reformen helfen.

Der neue WHO-Chef Tedros fordert für alle Menschen bezahlbaren Zugang zur Gesundheitsvorsorge.
Der neue WHO-Chef Tedros fordert für alle Menschen bezahlbaren Zugang zur Gesundheitsvorsorge. - Foto: © APA/AFP

Der Gang zum Arzt muss laut dem neu gewählten Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für jeden Menschen auf der Welt bezahlbar sein. „Es gibt nicht nur einen Weg, um dieses Ziel zu erreichen. Die Maßnahmen müssen für jedes Land einzeln zugeschnitten werden“, sagte der Äthiopier Tedros am Mittwoch in Genf.

Der frühere äthiopische Gesundheits- und Außenminister Tedros hatte sich am Dienstagabend in Genf bei der Wahl zum WHO-Generaldirektor gegen den britischen Arzt David Nabarro und die pakistanische Kardiologin Sania Nishtar durchgesetzt. (STOL hat berichtet)

1. WHO-Chef aus Afrika

Tedros ist der erste WHO-Chef aus Afrika. Er tritt sein Amt am 1. Juli an. Er löst Margaret Chan aus Hongkong nach zehn Jahren im Amt ab.
Um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, wolle er Betroffenen wie Entscheidungsträgern zuhören, sagte Tedros. Rund die Hälfte der Menschheit hat seinen Aussagen zufolge bislang keinen Zugang zur Gesundheitsvorsorge. Es brauche nicht nur bezahlbare Behandlungen, sondern auch die nötige Infrastruktur sowie gut ausgebildetes Personal. 

„Länder als Spender gewinnen“

Um die WHO künftig finanziell für ihre Arbeit besser aufzustellen, plant Tedros zudem, mehr Länder als Spender zu gewinnen. 
Tedros forderte aber auch das Engagement von Länder ein, die beispielsweise von Krankheitsausbrüchen betroffen sind. „Ohne die richtige Grundeinstellung von allen wird es nicht funktionieren.“

dpa

stol