Dr. Alexander Angerer kann zu diesem Thema auch aus eigener Erfahrung sprechen und er weiß, wie das Problem in den meisten Fällen mit natürlichen Mitteln gelöst werden kann. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="719063_image" /></div> <BR /><b>Wann spricht man von niedrigem Blutdruck oder Hypotonie?</b><BR />Dr. Alexander Angerer: Generell bezeichnen Werte unterhalb von 100/60 mmHG einen niedrigen Blutdruck. Wenn das nur hin und wieder vorkommt, ist es normal. Wer mehr oder weniger dauerhaft bei diesen Werten liegt, der verspürt vermutlich die typischen Symptome.<BR /><BR /><b>Welche sind das?</b><BR />Dr. Angerer: Als Betroffener kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Man fühlt sich morgens unausgeschlafen oder beim Aufstehen gar schwindelig und kommt erst nach etwas Bewegung in die Gänge. Kalte Hände und Füße sind ständige Begleiter, vor allem jetzt im Winter. Manche Betroffene haben einen erhöhten Puls, mitunter Augenflimmern oder Ohrensausen sowie Konzentrationsstörungen, weil das Gehirn zu wenig durchblutet wird. Schlimmstenfalls kann es auch zur Ohnmacht kommen.<BR /><BR /><b>Gibt es häufige Ursachen bzw. Auslöser für niedrige Blutdruckwerte?</b><BR />Dr. Angerer: Vor allem bei älteren Menschen ist Flüssigkeitsmangel ein häufiger Auslöser. Aber auch Blutverlust – das kommt öfter bei Mädchen vor, die eine starke Menstruation haben – oder Stress bzw. eine Überlastung können zu einer Hypotonie führen. Ebenso sind manchmal Medikamente wie Diuretika oder Psychopharmaka ursächlich dafür. <BR /><BR /><b>Können hinter einer Hypotonie auch Krankheiten stecken?</b><BR />Dr. Angerer: Ja, deshalb ist es wichtig, den niedrigen Blutdruck einzuordnen. Man spricht beispielsweise von primärer Hypotonie, wenn es vorderhand keinerlei Auslöser gibt und das körpereigene Regulationssystem – vielleicht erblich bedingt – nicht einwandfrei funktioniert. <BR />Ein sekundärer Blutunterdruck hingegen ist durch Medikamente oder eine Grunderkrankung bedingt. Das kann eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Venenschwäche oder beispielsweise die Unterfunktion der Nebennierenrinde sein. In solchen Fällen ist der niedrige Blutdruck lediglich das Symptom einer Erkrankung. <BR />An orthostatischer Hypotonie leiden jene Menschen, die vor allem beim Aufstehen schwindelig werden oder gar in Ohnmacht fallen. Das liegt daran, dass der Blutdruck bei Veränderung der Körperlage in die aufrechte Position abfällt oder gleich bleibt anstatt leicht anzusteigen. Dadurch wird das Gehirn für kurze Zeit unzureichend mit Blut versorgt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-52126255_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Ist es also wichtig, die Ursache zu kennen, bevor man mit einer Behandlung beginnt?</b><BR />Dr. Angerer: Auf jeden Fall sollte eine auslösende Grunderkrankung ausgeschlossen bzw. behandelt werden. Wie man bei unklarer Ursache oder orthostatischer Hypotonie vorgeht, hängt von der betroffenen Person ab, also davon, wie sehr sie unter den Symptomen leidet.<BR /><BR /><b>Wann ist ein Arztbesuch ratsam?</b><BR />Dr. Angerer: Eben vor allem dann, wenn die Symptome häufiger werden oder stark sind, der Leidensdruck also groß ist.<BR /><BR /><b>Es heißt oft, niedriger Blutdruck sei „nicht so schlimm“. Ist er tatsächlich weniger gefährlich als hoher Blutdruck?</b><BR />Dr. Angerer: „Nicht so schlimm“ ist relativ. Eine Hypotonie kann auch gefährlich sein, wenn sie zur Ohnmacht führt oder die Betroffenen ständig mit der Angst leben müssen, schwindelig zu werden und zu stürzen. Generell gilt aber, dass der niedrige Blutdruck im Gegensatz zum hohen Blutdruck meist keine gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen hat. Deshalb muss er nicht dauerhaft, sondern lediglich beim Auftreten behandelt werden. <BR /><BR /><b>Beim Begriff „Behandeln“ denken viele an Medikamente.</b><BR />Dr. Angerer: Zum Glück sind in den seltensten Fällen Medikamente notwendig. Eher geht es um veränderte Verhaltensweisen. Für Menschen mit niedrigem Blutdruck ist regelmäßige Bewegung äußerst wichtig. Durch die Abgeschlagenheit, die morgens oft am schlimmsten ist, neigen Betroffene oft dazu, sich gehen zu lassen. Sie sind müde, haben durch die Unterversorgung des Gehirns mit Blut Kopfschmerzen. Manchmal führt das dann zu depressiven Verstimmungen, und man gelangt schnell in eine Spirale, aus der man sich nicht mehr befreien kann. Sich zu bewegen, ist deshalb das oberste Gebot für Hypotonie-Patienten, am besten in Form von Ausdauersportarten und Spaziergängen. Mit der Bewegung sollte man schon frühmorgens beginnen, also vor dem Aufstehen im Bett leicht „Rad fahren“ und sich erst dann langsam aufsetzen. <BR /><BR /><b>Was hilft noch, außer Bewegung?</b><BR />Dr. Angerer: Wenn keine Krankheit vorliegt, sind Wechselduschen hilfreich. Man sollte viel trinken, ausreichend schlafen und sich ausgewogen ernähren. Eventuell können Stützstrümpfe getragen werden. Sie drücken die Venen zusammen, womit der Blutfluss beschleunigt wird und der Druck auch beim Aufstehen aus der Liegendposition nicht absinkt. <BR /><BR /><b>Wie sieht es mit Kaffee als Muntermacher aus?</b><BR />Dr. Angerer: Zugegeben – ohne die morgendliche Tasse Kaffee komme auch ich nicht in die Gänge. Aber übertreiben sollte man es natürlich nicht. Auch ein Gläschen Sekt stimuliert den Kreislauf. <BR /><BR /><b>Gibt es Mittel aus der Naturmedizin, die bei niedrigem Blutdruck Abhilfe schaffen?</b><BR />Dr. Angerer: Rosmarin, Weißdorn oder Besenginster in Teeform wirken tonisierend, also durchblutungsfördernd. Ginseng stärkt die Nebennieren, die bei Unterfunktion niedrigen Blutdruck auslösen können. Auch mit Akupunktur kann der Kreislauf angeregt werden. In der Homöopathie haben sich je nach Patient und Symptomen Nux vomica, Veratrum album und Coffea bewährt. <BR /><BR />Wie man Bluthochdruck ohne Medikamente senken kann, darüber hat stol+ kürzlich berichtet. <a href="https://www.stol.it/artikel/panorama/gesundheit/so-senken-sie-den-blutdruck-ganz-ohne-medikamente" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier geht es zum Artikel</a>!<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />