Samstag, 09. Juni 2018

Notfallmaßnahmen bei Verschlucken

Wird ein Fremdkörper versehentlich verschluckt, ist eine schnelle Reaktion der Anwesenden notwendig. Bei schwangeren Frauen unterscheiden sich diese von den normalen Notfallmaßnahmen, die im Erste-Hilfe-Kurs gelehrt werden. Dr. Burkhard Wermter ist Kinderarzt in Meran und erklärt, worauf es ankommt.

Richtige Maßnahmen sind entscheidend.
Richtige Maßnahmen sind entscheidend.

„Wichtig ist eine schnelle Reaktion, da die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Erwachsenen pro Minute um 10 Prozent sinkt. Bei einem Kleinkind natürlich noch schneller“, erklärt Dr. Wermter. Maßnahmen müssen deshalb erfolgen, bevor der Notarzt gerufen wird. Das Eintreffen der Rettungskräfte dauert meistens zu lange.

Für Atemnot im Allgemeinen gilt: Bekommt der Betroffene noch Luft, muss er beruhigt und zum Husten gebracht werden. Der Hustreflex kann den Fremdkörper aus der Luftröhre lösen. Das kann durch Schläge mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter unterstützt werden.

„Ist der Betroffene noch bei Bewusstsein, bekommt aber keine Luft, muss der sogenannte Heimlich-Handgriff angewandt werden“, so Wermter. Dabei wird der Betroffene mit beiden Armen von hinten umfasst. Die geballte Faust des Ersthelfers wird zwischen Bauchnabel und Brustbein platziert, mit der anderen Hand umklammert und dann pausenlos zum Bauch hin und nach oben gezogen. Dadurch soll die Bewegung des Zwerchfells imitiert werden, das beim Husten aktiv ist. „Wichtig ist, dass diese Maßnahme bei Säuglingen und Schwangeren nicht angewandt werden darf“, erklärt der Kinderarzt. Bei Schwangeren muss dieselbe Methode an einer höheren Stelle und zwar direkt auf dem Brustbein durchgeführt werden, um das Ungeborene zu schützen. Die Bewegung bleibt aber dieselbe.

Ist der Betroffene nicht mehr bei Bewusstsein, so müssen die üblichen Maßnahmen zur Wiederbelebung eingesetzt werden.  

stol

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen

stol