Mittwoch, 23. Oktober 2019

Ohr mit 3D-Drucker in Italien rekonstruiert

Mit Hilfe eines speziellen 3D-Druckgerätes haben italienische plastische Chirurgen einem 13-jährigen Buben zu einem neuen Ohr verholfen.

Mithilfe eines 3D-Druckers wurde in Florenz eine Ohrmuschel gefertigt.
Mithilfe eines 3D-Druckers wurde in Florenz eine Ohrmuschel gefertigt. - Foto: © ANSA / UFFICIO STAMPA MEYER

Wie die Klinik Al Meyer in Florenz mitteilte, hatte der Bub eine Mikrotie genannte, angeborene Fehlbildung. Er konnte hören, hatte aber keine Ohrmuscheln. Nun erhielt er einen nach einem 3D-Modell geschaffenen Ersatz aus Knorpel seiner Rippen.

Als Vorlage für den 3D-Druck vermaß die Klinik auch das Ohr der Mutter des Kindes.

„Der Vorteil eines Eingriffs dieser Art ist die äußerste Präzision, die es erlaubt hat, den Knorpel, den wir von den Rippen des Buben entnehmen mussten, auf ein Minimum zu begrenzen“, sagte der Arzt Flavio Facchini.



Auch die Dauer des Eingriffs könne verringert werden. Knorpel gezielt nach einem Modell dreidimensional zu formen, bedeute kürzere Operationszeiten und präzisere, mit deutlich höherer Genauigkeit und geringerem körpereigenem Gewebebedarf, erläuterte Lukas Prantl von der Universität Regensburg zu dem Eingriff.

Der Klinik in Florenz zufolge war es die erste Operation dieser Art in Italien. In einigen Monaten werde der Bub ein weiteres Mal operiert, um mit derselben Technik sein zweites Ohr zu rekonstruieren. Weitere Kinder warteten bereits auf einen solchen Eingriff.

Mit der 3D-Rekonstruktionstechnik könnten womöglich auch Missbildungen des Gesichts und Schäden nach Verbrennungen ausgeglichen werden, hieß es.

apa/dpa