Die gute Nachricht: „Hepatitis, die behandelt werden muss, erkennt man auf jeden Fall. Das Kind sieht krank aus und hat klare Symptome“, sagt die Bozner Primaria. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="762842_image" /></div> <BR />Die gute Nachricht vorweg: Seit Anfang des Jahres hat es in Südtirol keinen einzigen Hepatitis-Verdachtsfall bei Kleinkindern gegeben. „Wir sind aber aufmerksam und alle Kinderärzte sind aufgerufen, auch an Hepatitis zu denken, wenn sie bestimmte Symptome bei Kindern sehen“, sagt Dr. Laura Battisti, Primaria der Pädiatrie am Bozner Krankenhaus. <BR /><BR />Derzeit seien in Europa 170 Fälle von Hepatitis bei Kindern aufgetreten, 110 davon in Großbritannien. „Wir kennen die Ursache noch nicht. Es gibt viele Hypothesen und Spekulationen, derzeit gehen wir davon aus, dass ein Adenovirus die Ursache sein könnte“, erklärt Dr. Battisti. <BR /><BR />Der Adenovirus ist ein Virus, mit dem die meisten Kinder bis 10 Jahre in Kontakt kommen, in der Regel ruft er Schnupfen, Atemwegserkrankungen, Bindehautentzündung, Blasenentzündung oder Durchfall aus. „Hepatitis löst er eigentlich nur bei immungeschwächten Kindern aus, aber die jetzt betroffenen Kinder waren vor ihrer Erkrankung gesund. Daher müssen wir mit dieser Vermutung noch vorsichtig sein“, sagt Dr. Battisti. <BR />Ausgeschlossen wurde hingegen ein Zusammenhang mit der Coronaimpfung – die meisten Patienten waren jünger als 5 Jahre und damit gar nicht impfbar, ältere Patienten nicht geimpft. <h3> Folge der Impfung? Nicht möglich!</h3>Vorbeugen könne man diesem Virus dennoch gleich wie jedem anderen: Durch Hygiene. Händewaschen, Schutz der Atemwege. „Und Kinder, die beispielsweise Durchfall haben, sollten bis 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome zu Hause bleiben, um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren“, sagt die Primaria. <BR /><BR />Die Symptome einer Hepatitis, einer Leberentzündung, sind so gut wie immer Gelbsucht, also gelbliche Haut und Augen, der Harn ist dunkel, der Stuhl eher grau. Dazu kommen Appetitlosigkeit, Schwäche, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, oft Erbrechen. „In der Regel ist auch die Leber vergrößert, was ein Kinderarzt bei einer Kontrolle gleich feststellen kann“, sagt die Kinderärztin. <h3> „Klare Symptome“</h3>Besorgte Eltern kann sie beruhigen: „Hepatitis, die behandelt werden muss, erkennt man auf jeden Fall. Das Kind sieht krank aus und hat klare Symptome“, sagt Dr. Battisti. Liegt der Verdacht vor, sollten Eltern ihr Kind sofort in die Notaufnahme bringen. „Es kann auch sein, dass eine Hepatitis symptomfrei oder mit sehr leichten Symptomen verläuft – aber in diesem Fall kann man sagen, dass man es auch nicht behandeln muss“, sagt Dr. Battisti. <BR /><BR />Eine Hepatitis bei Kindern sei aber durchaus ernst zu nehmen. In 10 Prozent der Fälle ist eine Lebertransplantation notwendig. „Das ist kein Spaziergang. Auch wenn die Leber ein Organ ist, wo z.B. die Eltern als Lebendspender auftreten können. Immunsuppressiva müssen ein Leben lang geschluckt werden“, so Dr. Battisti.<BR />