Wenn Sie sich schon länger mit dem Thema Ernährung beschäftigen, haben Sie bestimmt schon mal den Begriff „Stoffwechsel“ gehört. Aber was genau ist dieser Stoffwechsel? Gibt es einen „guten“ und einen „schlechten“ Stoffwechsel? Kann ein Stoffwechsel „einschlafen“ oder gar kaputtgehen? Fragen über Fragen, die in diesem Artikel beantwortet werden sollen. <h3> Wenn Stoffe im Körper „umgewechselt“ werden</h3> Aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive betrachtet, ist der Stoffwechsel die Summe aller chemischen Reaktionen, die im menschlichen Körper ablaufen. Denn bei jeder biochemischen Reaktion wird ein Stoff in einen anderen Stoff „umgewechselt“. Diese Stoffumwandlungen laufen nicht ganz von allein ab, sondern dafür benötigt der Körper verschiedene Enzyme und Mikronährstoffe als „Helferlein“. <BR /><BR />Jeder Helfer ist dabei für eine spezielle Aufgabe bestimmt und zuständig. Aber all diese Aufgaben sind untereinander verknüpft – ein riesiges, komplexes Netzwerk also. <h3> „Helferlein“ namens Vitamine, Mineralstoffe & Co.</h3> Vitamine, Mineralstoffe, vitaminähnliche Verbindungen, Aminosäuren und Fettsäuren zählen zu den Nährstoffen, die als Helferlein für bestimmte Stoffwechselprozesse fungieren. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass jeder Nährstoff eine andere, ganz spezifische Aufgabe im Stoffwechsel hat und deshalb nicht ersetzt werden kann. Wenn ein Nährstoff fehlt, kommt es deshalb zu Komplikationen im Stoffwechsel, was womöglich als „eingeschlafener“ oder „schlechter“ Stoffwechsel wahrgenommen wird.<BR /><BR />Wenn in dem Körper alle Nährstoffe in ausreichender Menge vorliegen, können Stoffwechselprozesse wie geplant ablaufen. Ein gut versorgter Körper ist also die Grundvoraussetzung für einen reibungslos funktionierenden Stoffwechsel.<BR /><BR />Nun wollen wir mehr über die einzelnen Nährstoffe erfahren – und darüber, welche Lebensmittel den Bedarf an diesen Nährstoffen decken können. <h3> Vitamine</h3>Dass Vitamine gesund sind, wissen Sie bestimmt. Doch welche Vitamine spielen eine wichtige Rolle für unseren Stoffwechsel?<BR /><BR /><b>Vitamin A</b> trägt beispielsweise zu normaler Sehkraft bei. Aber auch für das Immunsystem und den Eisenstoffwechsel ist Vitamin A von Bedeutung. Enthalten z.B. in Leber, Fisch, Milchprodukten, Kürbis, dunkelgrünem Blattgemüse...<BR /><BR /><b>B-Vitamine:</b> Die Vitamine der B-Gruppe sind für ihre Aktivität im Stoffwechselgeschehen bekannt. So tragen sie zur Verringerung von Müdigkeit bei und haben eine Bedeutung für schöne Haut und gepflegtes Haar. Enthalten z.B. in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Eiern…<BR /><BR /><b>Vitamin C</b> ist sicher das bekannteste Vitamin überhaupt – vor allem im Zusammenhang mit dem Immunsystem und dem Stoffwechsel. Enthalten z.B. in Kartoffeln, Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchten...<BR /><BR /><b>Vitamin D</b> kommt nur in geringen Mengen in Lebensmitteln vor. Die Eigensynthese des Körpers ist abhängig von der Sonneneinstrahlung, deshalb kommt es gerade im Herbst und Winter oft zu einer Unterversorgung. <h3> Vitaminähnliche Verbindungen</h3>Der Unterschied zwischen Vitaminen und vitaminähnlichen Verbindungen ist, dass Erstere nicht vom Körper selbst hergestellt werden können, während das bei Letzteren zumindest in einem gewissen Umfang möglich ist. Ein Beispiel ist das Coenzym Q10, welches man vielleicht aus Anti-Falten-Cremes kennt. Es ist auch in Nahrungsmitteln enthalten, beispielsweise in Walnüssen und Sojaöl. <h3> Mineralstoffe und Spurenelemente</h3>Genau wie Vitamine spielen auch Mineralstoffe und Spurenelemente eine Rolle als Co-Faktoren in Stoffwechselprozessen. <BR /><BR /><b>Calcium</b> ist ein Mineralstoff, der vor allem durch seine Bedeutung hinsichtlich des Knochenstoffwechsels bekannt ist. Enthalten z.B. in Milchprodukten, grünem Blattgemüse, Mineralwasser...<BR /><BR /><b>Magnesium</b> kennt man vor allem aus dem Sport-Bereich, weil es zu einer normalen Muskelfunktion beiträgt. Auch für das Elektrolytgleichgewicht und den Energiestoffwechsel ist Magnesium relevant. Magnesium wird häufig auch als „Anti-Stress-Mineral“ bezeichnet. Enthalten z.B. in Vollkornprodukten, Nüssen und Samen...<BR /><BR /><b>Selen</b> trägt zu einer normalen Funktion der Schilddrüse bei und hat damit eine Schlüsselaufgabe im Stoffwechsel. Enthalten z.B. in Paranüssen, Eiern, Meeresfrüchten...<BR /><BR /><b>Jod:</b> Nicht umsonst wird Speisesalz hierzulande jodiert. Unsere Böden sind oft arm an Jod und Lebensmittel enthalten nur so viel Jod wie der Boden, von dem sie stammen. Das Spurenelement trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei und wird für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt. <BR /><BR /><b>Zink:</b> Hat Schlüsselaufgaben in Wundheilungsprozessen und im Immunsystem. Enthalten z.B. in Austern, Käse, Vollkorngetreide, Nüssen...<BR /><BR /><b>Eisen:</b> Als häufigstes Spurenelement im menschlichen Organismus ist Eisen bedeutend für die Gesundheit. Es spielt eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel und trägt so zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Auch an der Bildung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) ist Eisen wesentlich beteiligt und damit am Transport sowie der Speicherung von Sauerstoff. Enthalten z.B. in Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, grünem Blattgemüse.<h3> Aminosäuren</h3>Alle Enzyme, die wir für den Stoffwechsel benötigen, bestehen aus verschiedenen Aminosäuren. Fehlt nun eine oder mehrere der Aminosäuren im Körper, sind nicht alle Bausteine für die Enzyme vorhanden, was Stoffwechselprozesse stört. Deshalb ist es wichtig, den Körper mit Aminosäuren zu versorgen. Enthalten z.B. in Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Pseudogetreide, Nüssen...<h3> Fettsäuren</h3>Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau der Zellmembranen. Das sind sozusagen dünne Häutchen, die unsere Zellen voneinander abgrenzen. Besonders die essenziellen Fettsäuren kommen in der heutigen Ernährung oft zu kurz, sind aber enorm wichtig für die Zusammensetzung der Zellmembran. Besonders reich an den essenziellen Omega-3-Fettsäuren ist Seefisch. Sie dienen auch als Ausgangsstoffe für Substanzen, welche unter anderem für Gehirn, Sehkraft und Herz von Bedeutung sind.<BR />