Dienstag, 10. März 2020

Studie: Alzheimer an der Mundflora erkennen

Hoffnungen auf ein Medikament gegen Alzheimer haben sich in den vergangenen Jahren reihenweise zerschlagen. Viel früher mit der Therapie ansetzen, das haben sich Fachleute zum Ziel gesetzt. Womöglich könnte dereinst ein Speicheltest eine Möglichkeit zur Früherkennung bieten.

Laut einer Studie verändert sich die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Speichel mit zunehmendem Schweregrad der Alzheimererkrankung. (Symbolbild)
Laut einer Studie verändert sich die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Speichel mit zunehmendem Schweregrad der Alzheimererkrankung. (Symbolbild) - Foto: © Shutterstock
Jahrzehnte bevor Alzheimer an Symptomen erkennbar wird, verändert sich bereits das Hirngewebe. Bereits dann müsste eine Therapie ansetzen, um eine Erkrankung zu verzögern oder zu verhindern, vermuten Fachleute. Hirnscans mit spezifischen Markern sind teuer und mit Strahlenbelastung verbunden, eine Untersuchung der zerebrospinalen Flüssigkeit setzt eine Lumbarpunktion voraus. Beides wäre nicht für ein frühdiagnostisches Screening im großen Stil geeignet.

In jüngerer Vergangenheit haben verschiedene Forschungsgruppen jedoch entdeckt, dass Moleküle oder bestimmte Bakterien im Speichel eine Alzheimer-Erkrankung verraten könnten. Nun berichtet auch ein Team um Alberi Auber von der Universität Freiburg von einem möglichen Biomarker im Fachblatt „Alzheimer's & Dementia“.

Das Forschungsteam konnte im Rahmen einer Studie mit 78 Teilnehmenden feststellen, dass sich die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Speichel mit zunehmendem Schweregrad der Alzheimererkankrung verändert. Neben Patientinnen und Patienten mit verschieden stark ausgeprägten kognitiven Einschränkungen gehörten auch ihre Partnerinnen und Partner als Kontrollgruppe zu den Probanden.

Demnach kommen Erreger von Zahnfleischentzündungen wie das Bakterium Filifactor villosus mit zunehmendem Schweregrad der kognitiven Einschränkungen weniger vor, während andere, opportunistische Bakterien der Mundflora wie beispielsweise Leptotrichia wadei häufiger vorkommen. Bei den Entzündungsmarkern fanden sich indes keine Unterschiede. Die Forschenden schließen daraus, dass sich die Zusammensetzung der Mundflora eignen könnte, eine Alzheimererkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen.

apa

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