Montag, 03. Januar 2022

Studie: Thermalwasser verbessert Wirkung von Antibiotika

Eine neue Studie schreibt dem Thermalwasser in der Therme Meran eine gesundheitsförderliche Wirkung zu: Das Thermalwasser hilft Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen den Biofilm, der sich durch Bakterien bildet, aufzulösen. Dadurch wird die Behandlung mit Antibiotika wirksamer, da der Biofilm die Wirkung von Antibiotika schwächt. Eine weitere Studie untersucht, ob durch das Thermalwasser der Einsatz von Antibiotika verringert und Resistenzen vermieden werden können.

Die Studie beweist, dass das Thermalwasser der Therme Meran den Biofilm auflöst und dadurch die Behandlung mit Antibiotika wirksamer macht.
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Die Studie beweist, dass das Thermalwasser der Therme Meran den Biofilm auflöst und dadurch die Behandlung mit Antibiotika wirksamer macht. - Foto: © Manuel Kottersteger
Die neue Studie zum bakteriellen Biofilm bei Antibiotikakuren wurde jüngst in der bekannten wissenschaftlichen Publikation „European Review for Medical and Pharmacological Sciences“ veröffentlicht. Kürzlich war die Studie auch Thema beim Treffen der Medizinisch-Wissenschaftlichen Koordinierungsgruppe der Therme Meran unter dem Vorsitz von Prof. Desiderio Passali.

Wie Studienleiter Prof. Roberto Mattina von der Universität Mailand erklärt, wird darin die Wirksamkeit des Thermalwassers der Therme Meran zur Auflösung des Biofilms (Schutzfilm) bei Antibiotika-Kuren beschrieben.

Die Bakterien, welche die Schleimhäute der Atemwege angreifen, bilden diesen Biofilm und tragen dazu bei, die Wirkung von Antibiotika zu schwächen. Betroffen sind vor allem Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen, die häufig auf Antibiotika zurückgreifen müssen und Resistenzen entwickeln, so lautet es in der Studie.

Laut einer Schätzung des amerikanischen Forschungszentrums CDC (Center for Disease Control, Atlanta) stellt der Biofilm bei 60 bis 85 Prozent der chronischen Atemwegserkrankungen ein Problem dar.

Hoffnung auf vollständige Heilung

Die Studie beweist, dass das Thermalwasser der Therme Meran den Biofilm auflöst und dadurch die Behandlung mit Antibiotika wirksamer macht. Diese Forschungsarbeit soll nun fortgesetzt werden um wissenschaftlich nachzuweisen, dass das Thermalwassers der Therme Meran in Kombination mit einem Medikament, das bereits eingesetzt wird, helfen kann, den bakteriellen Biofilm zu schwächen.

Das erwartete Ergebnis ist der Nachweis einer verbesserten Wirksamkeit der Antibiotikabehandlungen mit dem Ziel, den bakteriellen Erreger zu eliminieren und eine vollständige Heilung herbeizuführen.



Weniger Einsatz von Antibiotika durch Thermalwasser

Eine weitere, diesmal klinische Studie soll eine Verringerung des Einsatzes von Antibiotika nach Kurbehandlungen mit Thermalwasser der Therme Meran belegen.

Der zweite Schritt ist die Überprüfung, wie sich Kuren mit dem Thermalwasser der Therme Meran konkret auf die Verringerung der Anzahl der Atemwegserkrankungen auswirken können und wie gleichzeitig der Einsatz von Antibiotika bei den Patienten verringert werden könnte.

Diese Studie wird derzeit vom Ethikkomitee der Provinz Bozen geprüft. Neu ist dabei auch, dass der Zustand der Patienten über eine eigens programmierte App erhoben werden wird, wobei der Patient diese Daten eigenständig eingeben kann.

Sanitätsdirektor Dr. Salvatore Lo Cunsolo sagt: „Vor allem aufgrund der immer häufiger auftretenden Antibiotikaresistenzen sucht die Wissenschaft nach Alternativen. Wir erforschen die Wirksamkeit des Thermalwassers, das bei bestimmten Anwendungen im Zusammenhang mit chronischen Atemwegserkrankungen dazu beiträgt, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren oder bestenfalls ganz darauf verzichten zu können.“

stol