Ein HNO-Arzt und ein Kinderarzt erklären, worauf man bei Selbsttests zu achten hat und was man keinesfalls tun sollte.<BR /><BR /><BR /><b>Wie fühlt sich ein Nasenabstrich an?</b><BR />Selbst wenn man ihn – je nach Test – nur im vorderen Nasenbereich durchführen und den Tupfer nur wenige Zentimeter ins Loch einführen soll, fühlt sich der Abstrich unangenehm an. Es kann brennen und kribbeln. Niesreize sind möglich, die Augen tränen.<BR /><BR /><b>Was ist beim Umgang mit dem Tupfer zu beachten?</b><BR />Er sollte ganz langsam und gerade in die Nase eingeführt werden, rät der HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing aus Starnberg – und zwar flach in Richtung des Gehörgangbodens. „Keinesfalls am Nasenrücken in Richtung Stirn schieben“, warnt der Mediziner.<BR /><BR /><b>Und wenn der Tupfer nicht weit genug hineingeht?</b><BR />Wenn man einen Widerstand spürt oder es schmerzt, sollte man nicht weiter drücken und stattdessen lieber das andere Nasenloch ausprobieren, rät Junge-Hülsing. Viele Menschen hätten eine Biegung in der Nasenscheidewand. „Wenn es auf der einen Seite verschoben ist, geht es auf der anderen Seite in der Regel besser“, sagt der Experte.<BR /><BR /><b>Gibt es noch weitere Tricks, die helfen?</b><BR />Wenn es gar nicht geht, könne man Nasenspray ausprobieren, so der HNO-Arzt. Darin enthaltene Wirkstoffe wie Xylometazolin oder Oxymetazolin sorgen dafür, dass sich die Gefäße in der Nase zusammenziehen. So entsteht mehr Platz für den Tupfer.<BR />Wichtig sei aber, sagt Junge-Hülsing, dass man nach dem Sprühen einige Zeit abwartet, ehe man sich testet – ruhig eine Stunde. „Man will ja kein Nasenspray abstreichen, sondern Nasenschleim“, begründet der Experte. Wer sich kurz nach dem Nasenspray-Einsatz testet, erhält womöglich ein verfälschtes Ergebnis.<BR /><BR /><b>Was ist bei Kindern zu beachten?</b><BR />Für die Kleinen kann der Nasenabstrich unangenehm sein. Wichtig ist aus der Sicht des Berliner Kinderarztes Jakob Maske: Wenn das Kind sich sehr wehrt, sollte man von dem Abstrich absehen. „Wir machen den Abstrich manchmal im Liegen, weil es für die Kinder so angenehmer ist“, sagt Maske. Neben der richtigen Technik ist bei Kindernasen besondere Vorsicht beim Einführen des Tupfers geboten. „Man kann, gerade bei Infekten, wo die Schleimhaut sowieso so empfindlich ist, schnell Nasenbluten auslösen. Das ist nicht schlimm in der Regel, versetzt Eltern aber oft in Panik“, sagt der Kinderarzt. Man sollte einfühlsam und geduldig sein, empfiehlt HNO-Arzt Junge-Hülsing. Vielleicht hilft es, dem Nachwuchs den Tupfer zu überlassen. „Kinder machen den Abstrich durchaus auch selber“, sagt der Experte. Da müsse man aber schauen, ob sie es korrekt machen.<BR /><BR /><b>Was ist außer dem Abstrich noch heikel?</b><BR />Eigentlich gibt es bei den Selbsttests sonst keine großen Stolperfallen. Saubere Hände und eine saubere Oberfläche für das Testmaterial sind wichtig, um die Proben nicht zu kontaminieren. <BR /><BR />Ansonsten lauert großes Fehlverhaltenspotenzial nur noch im Anschluss, sobald die Testkassette das Ergebnis anzeigt. Denn ein negatives Testergebnis ist kein Freibrief. Es ist eine Momentaufnahme und darüber hinaus keine hundertprozentige Garantie dafür, dass man wirklich keine Sars-CoV-2-Viren in sich trägt.<BR /><BR />Das heißt: Ein negatives Testergebnis kann etwa vor einem Besuch der Großeltern zusätzliche Sicherheit geben. Dennoch sollte man die geltenden Hygieneregeln wie Abstand, Händewaschen, Lüften und Maske-Tragen weiterhin einhalten.<BR /><BR />Ist der Selbsttest positiv, gilt ohnehin: Sofort isolieren! Dann wird ein PCR-Test gemacht.