Mittwoch, 06. April 2016

Volksleiden Diabetes: Lernen, ein gesundes Leben zu führen

Die sogenannte "Zuckerkrankheit" gehört zu den größten Gesundheitsproblemen der Industrieländer: "Es gibt kaum eine Erkrankung, bei der die Betroffenen durch eine Änderung ihrer Lebensgewohnheiten so viel selbst zu einem günstigen Verlauf beitragen können wie Diabetes", war die Botschaft der Landesrätin Martha Stocker bei anlässlich des Weltgesundheitstages am Mittwoch.

Das Thema Diabetes stand bei einer Pressekonferenz anlässlich des Weltgesundheitstages 2016 im Mittelpunkt.
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Das Thema Diabetes stand bei einer Pressekonferenz anlässlich des Weltgesundheitstages 2016 im Mittelpunkt. - Foto: © LPA

Die WHO schätzt, dass Diabetes im Jahr 2030 zu den sieben weltweit am meisten verbreiteten Todesursachen gehören wird und hat den Weltgesundheitstag 2016 dieser Krankheit gewidmet.

In Südtirol waren laut dem jüngsten Landesgesundheitsbericht im Jahr 2014 insgesamt 928 Patienten von Diabetes Typ I (8 Prozent der Fälle) und 20.479 Patienten von Diabetes Typ II (mehr als 90 Prozent der Fälle) betroffen.

Der Diabetes mellitus tritt in zwei Hauptformen auf:

  • Diabetes Typ I (8% der Fälle) ist eine vorwiegend in der Kindheit und Jugend vorkommende Form, die mit Insulin behandelt werden muss
  • Diabetes Typ II (über 90% der Fälle) bricht allgemein im Erwachsenenalter oder Greisenalter aus und kann oft durch Diät, körperliche Bewegung und/oder orale Hypoglykämika unter Kontrolle gehalten werden.

"Die Daten rufen zu einer verstärkten Präventionsarbeit auf: In Südtirol ist zum Glück eine hohe Zahl von Menschen – wie die gestern veröffentlichten Daten des Landesstatistikamtes ASTAT zeigen – regelmäßig in Bewegung", erinnerte die Gesundheitslandesrätin Martha Stocker an eine der vorbeugenden Maßnahmen, zu denen auch eine verstärkte Achtsamkeit beim Essen gehört. 

"Diabetes ist eine jener chronischen Erkrankungen, bei der betroffene Patienten ganz viel selbst tun können", unterstrich Gesundheitslandesrätin Martha Stocker die Bedeutung der Kurse für Selbstmanagement "Evviva".

"Evviva"-Kurse: chronisch Kranke lernen ein gesundheitsbewusstes Leben zu führen 

Kursleiterin Lucia Nones und Teilnehmerin Heidi Morandell berichteten anlässlich der Pressekonferenz über das Angebot für Diabetiker "Evviva-D".

"Es handelt sich dabei um keinen Frontalunterricht", erläuterte Nones den Kursablauf. "Vielmehr geben wir den Teilnehmern die Instrumente für eine Änderung der persönlichen Lebensgewohnheiten und einen verbesserten Gesundheitszustand in die Hand." Dabei stecken sich die Betroffenen selber konkrete Ziele, die sie im Laufe einer Woche erreichen möchten, z.B. zehn Minuten Bewegung täglich.
"Dank der Evviva-D-Kurse konnte ich mir selber vieles beibringen: das Etikettenlesen beim Einkaufen, die richtige Ernährung, die tägliche Bewegung", berichtete Morandell über ihre persönlichen Erfahrungen. "In der Gruppe fällt es auf jeden Fall leichter, man kann sich austauschen", so die Diabetikerin, für die die Umstellung der Lebensgewohnheiten nach 40 Jahren nicht immer einfach und auch von Rückschlägen geprägt war. "Wenn man dann aber den Erfolg sieht, dann baut das auf."

Der Präsident des Südtiroler Diabetikerbundes Stefano Nervo ging bei der Pressekonferenz auf die Bedeutung des so genannten Empowerments der Patienten ein. "Die Patienten sorgen selber für sich: Dies geschieht selbstverständlich nicht unabhängig von ihrem behandelnden Arzt, sie übernehmen aber Verantwortung und können unterstützend mitwirken", so Nervo.

Kochkurse & Co.

Der Diabetikerbund biete den Patienten zusätzliche Unterstützung an, etwa durch die Organisation von Kochkursen für Betroffene und ihre Familien. Derzeit, erinnerte Nervo, gibt es in Südtirol zwei Verbände: den Verein junger Diabetiker und den Südtiroler Diabetikerbund, die ihre Kräfte bündeln wollen und einen Zusammenschluss vorbereiten.

Menschen mit Diabetes Typ II haben aktuell die einmalige Gelegenheit, sich an einem regionenübergreifenden Projekt zu beteiligen: Dieses umfasst die Teilnahme an einem Evviva-D-Kurs (ab Herbst 2016 auch in deutscher Sprache), bei welchem der Gesundheitszustand der Kursteilnehmer vor und nach dem Kurs erhoben wird.

stol/lpa

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Informationen zu den Evvia-Kursen des Südtiroler Sanitätsbetriebes für chronisch Kranke und ihre Angehörigen gibt es im Internet und unter den Rufnummern 320 4389213 (Bozen), 0473 496746 (Meran), 0472 813690 (Brixen) und 0474 586503 (Bruneck).

stol