<BR />Der Übergang von der Kindheit zur Pubertät ist eine aufregende Zeit voller Veränderungen – sowohl körperlich als auch emotional. Ein wichtiger Meilenstein für ein Mädchen ist dabei die erste Regelblutung, die Menarche. „Im Durchschnitt tritt sie mit 12,5 Jahren ein“, erklärt Dr. Alberta Dibiasi, Fachärztin für Frauenheilkunde in der Marienklinik in Bozen. „95 Prozent der Mädchen bekommen sie zwischen 11 und 15 Jahren. Tritt sie vor dem 9. Lebensjahr auf oder bleibt sie bis zum 17. Geburtstag aus, sollte ein Arzt aufgesucht werden.“ <BR /><BR />Früher setzte die Menarche deutlich später ein: Mitte des 19. Jahrhunderts lag das Durchschnittsalter bei 17 Jahren. Laut Dr. Dibiasi liegt das vor allem an den Lebensbedingungen: „Ernährung, Hygiene und allgemeiner Gesundheitszustand haben sich verbessert. Mädchen mit höherem BMI menstruieren oft früher als sehr schlanke Mädchen.“ In Ländern mit Mangelernährung tritt die Menarche daher häufig später ein.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69223255_quote" /><BR /><BR />Unabhängig vom Alter, in dem die erste Periode eintritt, ist es wichtig, dass sie als natürlicher Entwicklungsschritt wahrgenommen wird. „Das Mädchen sollte eine positive Einstellung zur Periode entwickeln – schließlich begleitet sie eine Frau 30 bis 40 Jahre lang“, betont die Ärztin. „Hilfe bei der Anwendung von Menstruationsprodukten trägt ebenso dazu bei wie eine Wärmeflasche bei Schmerzen und vor allem ein offenes Ohr für Fragen.“<h3> Wann ist die erste gynäkologische Visite nötig?</h3>Probleme bei der Menstruation, wie starke Schmerzen, unregelmäßige oder starke Blutungen, oder das Interesse an Verhütung führen Mädchen und junge Frauen erstmals zur gynäkologischen Visite. „Gibt es keine Beschwerden, empfiehlt sich ein erster Termin zwischen 18 und 20 Jahren“, sagt Dr. Dibiasi. Vor dem 18. Lebensjahr sei es sinnvoll, eine Vertrauensperson mitzunehmen – Mutter, Freundin oder den Freund. „Dadurch sinkt die Nervosität und man kann danach das Erlebte und Gesagte besprechen.“ Ab 14 kann aber jedes Mädchen auch allein in die Praxis kommen. „Zwischen 14 und 16 Jahren entscheidet der Arzt bzw. die Ärztin, ob das Mädchen die nötige geistige und sittliche Reife und die Entscheidungsfähigkeit hat, etwa bei der Verschreibung der Pille oder eines anderen Verhütungsmittels“, erklärt die Ärztin. Ab 16 Jahren ist keine elterliche Zustimmung mehr erforderlich – außer bei operativen Eingriffen.<h3> Was passiert bei der ersten gynäkologischen Visite?</h3>Bei der ersten gynäkologischen Visite vor 18 Jahren steht das Gespräch im Vordergrund. „Es werden Fragen zu Familiengeschichte und Vorerkrankungen gestellt, sowie zur Periode und eventuellen Beschwerden. Eine Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl ist oft gar nicht nötig“, beruhigt Dr. Dibiasi. „Nervosität vor diesem Termin ist normal. Gespräche mit Freundinnen oder der Mutter können helfen, sie abzubauen. Wichtig ist auch, Arzt bzw. Ärztin von den Ängsten zu erzählen, so kann gezielt darauf eingegangen werden.“<h3> Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen</h3>Bis zum 30. Lebensjahr wird eine Vorsorgeuntersuchung je nach Familiengeschichte und Anamnese alle ein bis 3 Jahre empfohlen. Vom 25. bis zum 30. Lebensjahr wird zudem alle 3 Jahre zum PAP-Test geladen, ab 30 alle 5 Jahre zum HPV-Screening. Ab 30 Jahren empfiehlt sich eine Visite alle ein bis 2 Jahre sowie eine regelmäßige Brustuntersuchung.