Freitag, 23. Oktober 2015

Weil auch Babys, Kinder und Jugendliche todkrank sind

Schwerstkranke und Sterbende in einer schweren Lebensphase zu begleiten, zu pflegen und zu betreuen: Darauf zielt das Netzwerkes zur Palliativversorgung ab, das in Südtirol aufgebaut werden soll. Besonderes Augenmerk gilt dabei den jüngsten und jungen Patienten.

Die Versorgung von schwer- und todkranken Patienten steht im Mittelpunkt des Netzwerkes für die Palliativversorgung in Südtirol.
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Die Versorgung von schwer- und todkranken Patienten steht im Mittelpunkt des Netzwerkes für die Palliativversorgung in Südtirol. - Foto: © shutterstock

Die Versorgung von schwer- und todkranken Patienten durch eine pflegerische, medizinische, soziale, psychische und spirituelle Unterstützung, der Erhalt der Lebensqualität in einer schweren Situation und die Begleitung der Angehörigen sind die Herausforderungen der Palliativversorgung, die auch in Südtirol eine zunehmende Bedeutung erlangt. 

Hierzulande benötigen jährlich etwa 1200 onkologische, sowie 600-1200 nicht-onkologische Patienten eine Palliativversorgung.

Das Konzept zum Aufbau eines landesweiten Netzes für die Palliativversorgung wurde nun vorgestellt. "Die Palliativversorgung ist ein Thema, das nicht sehr oft im Fokus steht, für die Betroffenen und ihre Familien aber meist ein in jeder Hinsicht schmerzhafter Weg ist", unterstrich Landesrätin Stocker.

Auch für Neugeborene, Kinder und Jugendliche

Es geht darum, ein die Familien unterstützendes Netzwerk zwischen der Versorgung zu Hause, in den Sprengeln und im Krankenhaus zu schaffen", betonte Stocker.

Neu sei dabei, dass das Konzept auch den Aufbau einer palliativen Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen vorsehe.  

Für die Betreuung der etwa 120 bis 160 Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen mit lebensbedrohlichen und lebenslimitierenden Krankheiten soll in einem mehrjährigen Projekt bis Ende 2019 ein Palliativzentrum für Kinder und Jugendliche aufgebaut werden. Bis Ende 2015 soll das mobile Landes-Palliative-Care-Team aktiviert sein.

Alternative Lösungen zum Krankenhausaufenthalt

"Ziel des Netzwerkes zur Palliativversorgung ist eine garantierte Betreuungskontinuität für unheilbar kranke Menschen und die Förderung von alternativen Lösungen zum Krankenhausaufenthalt, die bestmögliche Symptomlinderung, der Erhalt der Lebensqualität und die Förderung des Selbstbestimmungsrechtes der Patienten", erläuterte Pflegedirektor Robert Peer. 

Palliativ meine dabei nicht nur die Betreuung am Lebensende, sondern beginne bereits ab dem Moment einer Diagnose.

"Das Netzwerk gibt den betroffenen Patienten die Wahlmöglichkeit, wo sie unterstützt und versorgt werden möchten", berichtete der Verantwortliche des Dienstes für Hospice und Palliativbetreuung am Landeskrankenhaus Bozen Bernardo

Das Palliativzentrum/Hospice als spezialisiertes Bezugszentrum im Netzwerk ermöglicht den stationären Aufenthalt von Patienten in komplexen Situationen. Ein spezialisiertes und multiprofessionelles Team von qualifizierten Ärzten und Krankenpflegern, Psychologen, Sozialassistenten, Rehabilitationstherapeuten und Seelsorgeassistentin für die Palliativversorgung ergänzt das Angebot der Leistungen im Krankenhaus und auf dem Territorium.

Für die Koordination dieses aufzubauenden Netzwerkes ist eine Landeskoordinationsgruppe zuständig. 

stol/lpa

stol