Mittwoch, 21. September 2016

Weltalzheimertag: Die Angst vor dem Vergessen

Denken, sich erinnern, sich orientieren, sprechen, auffassen und urteilen: Der schrittweise Verlust dieser Fähigkeiten durch Demenz lähmt betroffene Menschen und ihre Angehörigen. Am Mittwoch erinnert der Weltalzheimertag an die Krankheit.

Nicht nur die Betroffenen leiden, sondern auch ihr gesamtes soziales Umfeld.
Nicht nur die Betroffenen leiden, sondern auch ihr gesamtes soziales Umfeld. - Foto: © shutterstock

Im Vorjahr wurden in Südtirol rund 3300 Patienten mit Alzheimer oder Demenz betreut – davon waren 67 Prozent Frauen und 32 Prozent Männer. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 83 Jahre. Laut Schätzungen der Alzheimer-Vereinigung Südtirol „ASAA“ liegt die Zahl der Erkrankten jedoch höher.

Seitz: „Nicht heilbar, aber gut behandelbar“

Der Präsident der Vereinigung Ulrich Seitz erläutert: „Einer italienweiten Prognose zufolge müssen wir mit gut 11.800 Menschen im Lande mit einer zumindest beginnenden Form von Demenz rechnen, Tendenz steigend. Wir müssen weiterhin im kontinuierlichen Austausch zwischen Landespolitik, Gesundheitsdiensten und Betroffenen die Voraussetzungen schaffen, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen auch weiterhin zu verbessern.“

Besonders wichtig sei auch Prävention und eine rasche Abklärung durch einen Facharzt, denn Alzheimer ist zwar nicht heilbar, aber durch eine entsprechende medikamentöse Unterstützung mittlerweile relativ gut behandelbar, so Seitz weiter.

Die Tücken der Krankheit

Gesundheitslandesrätin Martha Stocker erinnert an die Tücken der Krankheit: „Demenz ist eine Herausforderung für die Betroffenen, ihr soziales Umfeld und die Pflegenden. Es ist deshalb wichtig, weiterhin darüber zu informieren, zu sensibilisieren und zu diskutieren.“ Nur so könne dem Schreckgespenst Einhalt geboten und der Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen verständlicher gemacht werden, so Stocker abschließend.

Die genauen Ursachen der Demenzerkrankungen sind trotz weltweiter Forschungsbemühungen noch weitgehend ungeklärt. Betroffene und Angehörige können sich für Erstinformationen an die Alzheimervereinigung Südtirol in Bozen wenden.

stol/kt

stol