„Viele chronische Beschwerden und Krankheiten werden durch eine Übersäuerung begünstigt“, erklärt der Mediziner aus Naturns. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Für den Komplementärmediziner Dr. Alexander Angerer ist das Grundprinzip denkbar einfach: „Krankheit ist mit Säure verbunden, Gesundheit mit Basen.“ Gerät der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht, stellt sich also eine Übersäuerung ein, dann treten meist recht unspezifische Symptome auf: Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, ständige Müdigkeit und Leistungsschwäche oder eine verstärkte Anfälligkeit für Infekte. Auch unreine Haut, Haarausfall, Mundgeruch, brüchige Nägel, depressive Verstimmungen und Schlafprobleme können auf eine Übersäuerung des Körpers zurückgeführt werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="707936_image" /></div> <BR />„Heute wissen wir, dass viele chronische Beschwerden und Krankheiten durch eine Übersäuerung begünstigt werden und dass Therapien oft erst dann wirksam sind, wenn der Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht gebracht wird“, erklärt Dr. Alexander Angerer.<BR />Im Grunde handelt es sich beim Säure-Basen-Haushalt um ein komplexes Regulationssystem des Körpers. Es sorgt dafür, dass in jedem Körperbereich der passende pH-Wert herrscht.<BR /><BR /><b>Von der Bedeutung des pH-Wertes</b><BR /><BR /> „Der pH-Wert ist somit ein Maß für den Säure- oder Basengehalt des Körpers“, erklärt der Mediziner. Nur wenn in jedem Bereich des Körpers der notwendige pH-Wert herrscht, können Stoffwechselprozesse optimal laufen. Das Blut weist beispielsweise einen anderen pH-Wert auf als der Dickdarm, dieser wiederum einen anderen als der Dünndarm. Das sauerste Milieu im menschlichen Körper herrscht übrigens im Magen. Der Magensaft weist einen pH-Wert von 1,2 bis 3,0 auf, was wichtig für die Verdauung ist und auch Krankheitserregern nicht gut bekommt.<BR /><BR /> Das Blut hingegen hat einen pH-Wert von 7,37 bis 7,43. Je niedriger der pH-Wert, desto saurer also die Lösung. Allgemein gilt: Ein pH-Wert von weniger als 7 gilt als „sauer“, von exakt 7 als „neutral“ – beispielsweise das reine Wasser – und von über 7 als „alkalisch“, also basisch. <BR /><BR />Um den Säure-Basen-Haushalt im Körper im Gleichgewicht zu halten, verfügt der Körper über ein Puffersystem, gewissermaßen ein körpereigenes Alarmsystem. Die pH-Puffer im Blut sorgen dafür, dass das empfindliche Gleichgewicht des Körpers intakt bleibt, auch bei plötzlichen Säureschwankungen. <BR /><BR /><b>Ursachen der Übersäuerung</b><BR /><BR />Ihren Beitrag dazu leisten auch Nieren und der Darm. Sie sorgen dafür, dass überschüssige Säuren ausgeschwemmt werden. Auch über die Haut werden Säuren abgegeben. Die größte Bedeutung hat allerdings die Lunge: Über 2 Drittel der anfallenden Säuren werden nämlich über die Atmung aus dem Körper geschleust. <BR /><BR />Warum kommt es dann trotzdem zu einer Übersäuerung? Zum einen produziert der Körper selbst Säuren: beim Einatmen, bei Stress oder auch bei Fastenkuren. Vor allem aber sind es falsche Ernährungsgewohnheiten, permanenter Stress und Bewegungsmangel, die zu einem Säureüberschuss führen. „Unsere Ernährungsgewohnheiten sind meist so, dass wir zu viel tierisches Eiweiß – Fleisch, Fisch, Käse – verzehren und zu wenig basenbildende Mineralien wie Kalium, Magnesium oder Kalzium aus Obst und Gemüse“, erklärt Dr. Alexander Angerer. <BR /><BR />Auch Genussmittel wie Kaffee und Alkohol oder Fast-Food führen zu einer Übersäuerung. Weitere Ursachen sind Rauchen, Verdauungsstörungen und/oder chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes. <BR /><BR /><b>Warum Saures nicht sauer ist</b><BR /><BR />Kurzum: Der menschliche Körper besteht eigentlich zu 80 Prozent aus Basen und zu 20 Prozent aus Säuren. Über die Nahrung werden jedoch häufig 80 Prozent Säuren und 20 Prozent Basen zugeführt. „Um einer Übersäuerung entgegenzuwirken, wäre es notwendig, 80 Prozent der Ernährung mit basischen Lebensmitteln zu decken“, sagt der Komplementärmediziner. <BR /><BR />Dabei darf man aber nicht dem Trugschluss unterliegen, dass sauer schmeckende Lebensmittel automatisch auch sauer für den Körper sind. Ein gutes Beispiel ist die Zitrone: Sie schmeckt zwar sauer, ist aber ein exzellenter Basenspender. <BR /><BR />Warum ist das so? „Pflanzliche Lebensmittel verfügen über einen hohen Anteil an organisch gebundenen Mineralstoffen und Spurenelementen, die in der Lage sind, Säuren abzupuffern. Tierische Lebensmittel enthalten hingegen reichlich schwefel- und phosphorhaltige Verbindungen. Beim Abbau entstehen Säuren, die vom Körper ausgeschieden werden müssen“, verdeutlicht Dr. Angerer.<BR /><BR />Den Säure-Basen-Haushalt bringt man wieder ins Gleichgewicht, wenn man bei der Ernährung vermehrt auf basenreiche oder neutrale Lebensmittel achtet oder man die Entsäuerung durch die Einnahme von Mineralstoffen unterstützt. „Sehr empfehlenswert sind Baseninfusionen – bestehend aus Natriumhydrogencarbonat –, die intravenös verabreicht werden. Damit gelingt es, den Säure-Basen-Haushalt rasch und effizient wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, erklärt Dr. Angerer.<BR /><BR /><BR />TIPPS FÜR EINE BASENREICHE ERNÄHRUNG<BR /><BR />Die Faustregel lautet: Mindestens 80 Prozent der Nahrung sollte basisch sein, nur 20 Prozent neutral und säurebildend. Was kompliziert klingt, ist einfach umzusetzen – mit ein paar Tipps: <BR /><BR /><b>Obst und Gemüse</b>: Essen Sie täglich viel frisches Obst und Gemüse. Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind gute Basenspender. <BR /><BR /><b>Salat</b>: Essen Sie möglichst häufig frisch zubereitete Salate mit kaltgepressten Ölen sowie Basensuppen aus frischem Gemüse. <BR /><BR /><b>Rohkost</b>: Nehmen Sie nach 16 Uhr keine Rohkost mehr zu sich.<BR /><BR /><b>Frische Zutaten</b>: Kochen Sie möglichst mit frischen Zutaten und meiden Sie Fertigprodukte. <BR /><BR /><b>Zucker meiden</b>: Schränken Sie Weißmehlprodukte, Süßigkeiten und Zucker stark ein – sie zählen zu den stark säurebildenden Produkten. <BR /><BR /><b>Kaffee und Alkohol</b>: Auch Genussmittel wie Kaffee, Schwarztee und Alkohol fördern die Säureproduktion im Organismus. <BR /><BR /><b>Geduld</b>: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen und genießen Sie Ihre Mahlzeiten.<BR /><BR /><b>Kleine Portionen</b>: Mehrere kleine über den Tag verteilte Mahlzeiten sind besser als wenige üppige Portionen. <BR /><BR /><b>Viel trinken</b>: Unterstützen Sie Ihre Nieren und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Das regt die Säureausscheidung an. Ideal wären 2-3 Liter am Tag, gut geeignet sind stilles Mineralwasser, Wasser und Kräutertees. <BR /><BR /><b>Entlastung</b>: Durch regelmäßige Entlastungstage, an denen Sie nur Gemüse oder Kartoffeln zu sich nehmen, kann ein vorhandener Säureüberschuss ausgeglichen werden. <BR /><BR /><b>Bewegung</b>: Sport fördert die Funktion von Muskel- und Bindegewebe, kurbelt damit die Säureausscheidung über Nieren, Lunge und Schweiß an und trägt so zur Entsäuerung bei. <BR /><BR /><b>Entspannung</b>: Stress erzeugt im Körper Säuren. Wirken Sie dem mit gezielten Entspannungsmaßnahmen entgegen.<BR />