Donnerstag, 10. März 2016

Wie das Land der Luftverschmutzung den Kampf ansagt

Gesundheit oder Wirtschaft – das Land muss sich entscheiden. Im vergangenen Jahr sind die Stickstoffdioxidwerte abermals angestiegen. Schuld daran: zu 70 Prozent der Verkehr. Das Land will auf die Bremse treten.

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„Wollen wir die Stickstoffdioxid-Emissionen eindämmen, müssen wir beim Hauptverursacher dieser Schadstoffe, dem Straßenverkehr, ansetzen“, sagte Richard Theiner am Donnerstag. Der Umweltlandesrat stellte auf einer Pressekonferenz am Vormittag die Luftwerte 2015 vor. Mit 13 ortsfesten und fünf mobilen Luftmessstationen sowie zehn Meteo-Stationen für Simulationen im ganzen Land überwacht die Landesumweltagentur die Emissionen.

Unterland: Tempobremse soll bald genehmigt werden

Die Idee, „beim Hauptverursacher anzusetzen“, ist nicht neu: Seit fünf Jahren arbeitet das Land an Maßnahmen, um die Stickstoffdioxid-Belastung zu reduzieren und die Luftqualität zu fördern. Doch oft stockten diese Maßnahmen in Rom, hieß es am Donnerstag.

Mit der A22 und dem Trentino wurde das EU-Projekt "BrennerLEC" eingereicht, um im Unterland die Auswirkungen einer dynamischen Geschwindigkeitsregulierung auf der Autobahn auf die Luftqualität zu testen. Diesen Frühjahr dürfte es genehmigt werden.

"Positiv stimmt uns auch, dass es im Zuge der Autobahnkonzession die Möglichkeit gibt, in Übereinstimmung mit den Nachbarländern die Eurovignette einzuführen, das heißt, wer mehr verschmutzt, soll auch mehr zahlen", ergänzte Theiner.

Ozon in Hochform

Was die restlichen Luftwerte anbelangt, so hat der heiße Sommer 2015 wieder in punkto Ozon aufhorchen lassen: In den Monaten Juni, Juli und August wurden erhöhte Konzentrationen des bodennahen Ozons festgestellt, vor allem am Rittner Horn und im Unterland. "Hier wurde der Info-Schwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter über 40 Mal überschritten", führte Luca Verdi, Direktor des Labors für physikalische Chemie der Landesumweltagentur, aus.

Der Feinstaub ist zurück

Bedingt durch die starken Inversionswetterlagen war im November und Dezember 2015 auch der Feinstaub wieder ein Problem. "Beim Feinstaub ist die Ursache vor allem in unsachgemäß betriebenen Holzheizungen zu suchen. Öl- und Gasheizungen spielen beim Feinstaub hingegen eine geringe Rolle", berichtete Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm. 

stol

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