Montag, 21. Oktober 2019

Zöliakie: Glutenfreies wohl bald mit Gesundheitskarte abbuchbar

Seit Juli hat sich die Situation für die 1700 Südtiroler Zöliakiebetroffenen beim Kauf von glutenfreien Produkten deutlich verschlechtert. Zuletzt hat es einige Treffen von Vertretern der Südtiroler Zöliakiegesellschaft AIC mit Landesrat Thomas Widmann gegeben. Dabei wurde in erster Linie auf eine Vereinfachung der Prozeduren hingearbeitet, die dem Landesamt und vor allem auch den Betroffenen zugutekommt.

Einkäufe von glutenfreien Produkten sollen Zöliakiebetroffene künftig mittels Abbuchung von der Gesundheitskarte erledigen können.
Badge Local
Einkäufe von glutenfreien Produkten sollen Zöliakiebetroffene künftig mittels Abbuchung von der Gesundheitskarte erledigen können.

Seit Inkrafttreten der neuen Richtlinien für den Erwerb glutenfreier Produkte (Beschluss der Landesregierung 62/2019 und 131/2019) mit 1. Juli hat sich die Situation für alle Südtiroler Zöliakiebetroffenen verschlechtert.

Nachteilig sind hauptsächlich die Reduzierung der Beiträge der monatlichen Gutscheine insbesondere für Frauen sowie das bürokratisch aufwändige und nicht zeitgemäße Papierverwaltungsverfahren.

Rechtlich gibt es laut Landesrat Thomas Widmann aufgrund der nationalen Bestimmungen weiterhin keinen Spielraum für ein Angleichen der Beträge für Frauen und Männer, da die Bestimmungen auf wissenschaftlichen Studien basieren.

Digitalisierung in den letzten Jahren mehrfach gescheitert

Nach mehreren Treffen der Südtiroler Zöliakievereinigung AIC mit dem Landesrat wurde von Seiten der Provinz eine Arbeitsgruppe erstellt, mit dem Ziel nach mehreren in den letzten Jahren gescheiterten Versuchen die „elektronische Vergabe“ der Gutscheine nun zeitnah umzusetzen.

„Es ist uns gelungen, die Verantwortlichen der Landesverwaltung
zu überzeugen, dass eine Umsetzung hin zur Digitalisierung der Gutscheine nach den Vorbildern anderer Regionen sinnvoll und notwendig ist“, betont Stefano Patton, Präsident der Zöliakievereinigung. „Nur so schaffen wir es, die Reduzierung der Beiträge zu kompensieren, da das Abbuchen von glutenfreien Produkten auch im freien Handel möglich sein wird“.

Lombardisches Modell bei Arbeitstreffen vorgestellt

Kürzlich wurde bei einem Arbeitstreffen das digitale System von Lombardia Informatica vorgestellt, welches in der Region Lombardei erfolgreich umgesetzt wurde und ein Einkaufen einfach und unkompliziert mit der Gesundheitskarte ermöglicht – dies wie gewohnt in den Apotheken und konventionierten Geschäften, aber zusätzlich auch in den Supermärkten.

Auch von Seiten des Südtiroler Sanitätsbetriebes und den Vertretern
der Apothekervereinigung wurde dieses Konzept befürwortet. Laut Johannes Ortler, Amtsdirektor vom Amt für Gesundheitssteuerung, erfüllt dieses Modell die aktuellen Anforderungen, insbesondere jene, eine Lösung in absehbarer Zeit umzusetzen.

Umsetzung innerhalb 2020 angestrebt

Ende Oktober findet ein weiteres Treffen statt, bei dem die nächsten Schritte gesetzt werden. Die technischen Vorrausetzungen sind gegeben, dass das Projekt innerhalb des nächsten Jahres vom Land umgesetzt werden kann.

stol