<BR /><BR />Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Zuckerhaushalt des Körpers gestört ist. Vereinfacht gesagt bleibt zu viel Glukose im Blut. „Der Krankheit können verschiedene Mechanismen zugrunde liegen“, erklärt Dr. Roberto Monti. „Alle hängen aber mit einem Ungleichgewicht zwischen Insulinproduktion und Insulinbedarf zusammen.“<BR /><BR />Die Erkrankung zeigt viele Gesichter. Während der sogenannte juvenile Diabetes (Typ 1) meist akut auftritt, entwickelt sich Altersdiabetes (Typ 2) häufig schleichend. Letzterer tritt deutlich häufiger auf. Klassische Warnzeichen wie starker Durst (Polydipsie), häufiges Wasserlassen (Polyurie), Schwäche und Müdigkeit werden leicht übersehen oder anderen Ursachen zugeschrieben. Nicht selten wird Diabetes erst entdeckt, wenn bereits Folgeprobleme auftreten – etwa Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erektionsstörungen.<BR /><BR />Um das zu verhindern, gibt es in Südtirol ein Früherkennungsprogramm: Menschen zwischen 35 und 74 Jahren werden regelmäßig angeschrieben und gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Bei erhöhtem Risiko folgt eine Einladung zum Bluttest. Auch bei Blutspenden gehört die Blutzuckerkontrolle zur Routine. „Wir Ärzte lassen den Blutzucker nahezu bei jeder Blutprobe miterheben“, so Dr. Monti.<h3> Erhöhtes Diabetes-Risiko</h3>Besonders aufmerksam sollten Menschen mit erhöhtem Risiko sein: Personen mit Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhten Cholesterinwerten, mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, familiärer Diabetesbelastung, Autoimmunerkrankungen oder einem überwiegend sitzenden, stressreichen Lebensstil. Auch Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes und Menschen mit bestimmten hormonellen Störungen benötigen engmaschigere Kontrollen. <BR /><BR />Der Blutzucker wird meist nüchtern über eine Blutentnahme gemessen. Für schnelle Kontrollen reicht oft ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe, mitunter kommen auch Sensoren im Unterhautfettgewebe zum Einsatz. Zusätzlich liefert der HbA1c-Wert wichtige Hinweise: Das sogenannte glykierte Hämoglobin zeigt, wie hoch der Blutzucker in den vergangenen zwei bis drei Monaten im Schnitt war – das „Zuckergedächtnis“ des Körpers. <h3> Kritische Blutwerte</h3>Von Diabetes spricht man, wenn der Nüchternblutzucker über 126 mg/dl liegt oder unabhängig von Mahlzeiten Werte über 200 mg/dl gemessen werden. Auch ein HbA1c-Wert ab 6,5 Prozent gilt als Diagnosekriterium. Werte zwischen 100 und 125 mg/dl im Nüchternzustand bezeichnet man als Prädiabetes – eine ernst zu nehmende Warnstufe. <BR /><BR />Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt vor allem Gefäße und Nerven. Die möglichen Folgen sind gravierend: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Herzschwäche, Augenerkrankungen bis hin zur Erblindung. Durchblutungsstörungen und Nervenschäden an den Beinen können im schlimmsten Fall Amputationen notwendig machen. „Schätzungen zufolge entwickeln rund 80 Prozent der Diabetespatienten im Laufe ihres Lebens eine Herz- oder Nierenerkrankung“, sagt Dr. Monti. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73178843_quote" /><BR /><BR />Diabetes ist aber nicht nur ein langfristiger Risikofaktor. Akute Komplikationen wie die diabetische Ketoazidose – vor allem bei Typ-1-Diabetes – können lebensbedrohlich sein. Die Krankheit kann auch zu schwer behandelbaren Infektionen und Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen führen. Umso wichtiger ist die frühe Diagnose: Viele Folgen lassen sich verhindern oder zumindest deutlich hinauszögern.<BR /><BR />Die Behandlung hängt von der Form ab: Typ-1-Diabetes ist ohne Insulinzufuhr nicht behandelbar. Ein gesunder Lebensstil ist zusätzlich wichtig. Beim Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen zunehmend unempfindlich auf Insulin. Hier liegt die große Chance in der frühen Phase der Erkrankung – bereits beim Prädiabetes. „Ziel ist es, ungünstige Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu erkennen und zu verändern“, betont Dr. Monti. Unterstützt durch Ernährungsberatung wird der Patient zum aktiven Mitgestalter seiner Therapie. <BR />Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle. Medikamente kommen zum Einsatz, wenn Lebensstilmaßnahmen allein nicht ausreichen.<BR /><BR /><BR />Diabetes Typ 2: Das Risiko senken<BR />- <b>Gewicht reduzieren</b>: Übergewicht und Adipositas sind zentrale Risikofaktoren. <BR />- <b>Gesünder essen</b>: Mehr Obst und Gemüse, weniger Fleisch, tierische Fette und zuckerhaltige Getränke<BR />- <b>Bewegung steigern</b>: Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert den Zuckerstoffwechsel <BR />- <b>Nicht rauchen</b>: Raucherinnen und Raucher haben ein deutlich erhöhtes Diabetesrisiko. <BR />- <b>Alkohol mäßigen</b>: Maximal zwei Gläser täglich für Männer, ein Glas für Frauen und Menschen über 65. <BR />Wer keinen Alkohol trinkt, sollte nicht damit beginnen. <Foto></Foto>