Freitag, 12. Mai 2017

Gesundheitsministerin will Pflichtimpfungen wieder einführen

Der Ministerrat arbeitet an der Ausarbeitung eines Dekrets, mit dem die Impfpflicht für Kinder eingeführt werden soll, die die Schule besuchen wollen.

Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin will gewisse Impfungen zur Voraussetzung zum Schuleintritt machen.
Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin will gewisse Impfungen zur Voraussetzung zum Schuleintritt machen. - Foto: © LaPresse

Das Dekret, das von Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin angeregt wurde, muss noch von den Experten des Bildungsministeriums geprüft werden. Das Dekret soll die Liste der Pflichtimpfungen enthalten, denen Kinder unterzogen werden müssen, wollen sie Zugang zur Volksschule haben.

Die Impfpflicht sei unter anderem wichtig, um die Zahl der Masernfälle zu reduzieren, so die Ministerin. Eine Rekordzahl an Masernerkrankungen hat in Italien zuletzt zu einem Schlagabtausch über Impfungen geführt. Seit Anfang 2017 wurden 2220 Erkrankungen gemeldet, sechsmal so viele wie im Vorjahreszeitraum. 73 Prozent der mit der Kinderkrankheit Infizierten waren 15 Jahre oder älter. Diese Zahlen seien „wirklich besorgniserregend“, sagte Lorenzin. Ob die Impfpflicht bereits ab dem Beginn des kommenden Schuljahres eingeführt wird, konnte die Ministerin noch nicht sagen.

Die Umsetzung des Dekrets werde nicht einfach sein, schätzte Lorenzin. „Es gibt noch einen breiten Teil der Bevölkerung, der seine Kinder nicht impfen lassen will“, betonte die Ministerin. Südtirol führt italienweit das Ranking der Regionen mit der niedrigsten Durchimpfungsrate gegen Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Mumps, Kinderlähmung und Diphtherie.

apa

stol