Sonntag, 25. Februar 2018

Gewalt in Ost-Ghouta geht nach UNO-Resolution zurück

Nach der Verabschiedung der UNO-Resolution für eine Waffenruhe in Syrien ist die Gewalt in der heftig umkämpften Region Ost-Ghouta offenbar deutlich zurückgegangen.

2 Angriffe in der Früh. - Foto: APA (AFP)
2 Angriffe in der Früh. - Foto: APA (AFP)

„Seit die Resolution des UNO-Sicherheitsrates verabschiedet wurde, gab es keine zivilen Opfer”, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdulrahman, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Syrische Regierung fliegt trotz Waffenruhe weitere Luftangriffe

Die syrische Regierung habe in der Früh 2 weitere Luftangriffe auf das belagerte Gebiet geflogen. Die Angriffe trafen demnach Randbezirke von Douma, der größten Stadt in Ost-Ghouta. Das Ausmaß der noch stattfindenden Gefechte sei aber deutlich geringer als vor der Abstimmung in New York am Samstagabend. Die Beobachtungsstelle berichtete außerdem von Bodengefechten zwischen einer der Rebellengruppen in Ost-Ghouta und Regierungstruppen in dem Gebiet Al-Marj.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk aus Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Schlimmste Angriffswelle seit Beginn des Bürgerkrieges

Das seit 2013 von Regierungstruppen belagerte Gebiet nahe Damaskus erlebt seit einer Woche die schlimmste Angriffswelle seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast 7 Jahren. Seit vergangenem Sonntagabend wurden mehr als 500 Zivilisten getötet, darunter mehr als 120 Kinder, wie die Beobachtungsstelle meldete.

Mehr als 2.400 Menschen seien verletzt worden. 10 Krankenhäuser hätten wegen Zerstörungen den Betrieb einstellen müssen. Knapp 400.000 Menschen sind in dem Gebiet eingeschlossen.

30-tägige Waffenruhe

Die 15 Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates stimmten am Samstag für eine Resolution, die die dramatische Lage in dem Bürgerkriegsland mit einer zunächst 30 Tage geltenden Waffenruhe für ganz Syrien entschärfen soll. Die Zeit soll dafür genutzt werden, die Zivilbevölkerung mit dringend benötigten Hilfsgütern zu versorgen. Völkerrechtlich bindende Druckmittel enthält der Resolutionstext allerdings nicht. Daher ist unklar, ob sich die Konfliktparteien an die Waffenruhe halten.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres mahnte zu einer „unverzüglichen” und „dauerhaften” Umsetzung der Waffenruhe. Er erinnerte alle Konfliktparteien an ihre „absolute Verpflichtung”, Zivilisten zu schützen.

apa/ag.

stol