Samstag, 21. März 2015

Gewichtsverteilung ist alles – Das Motorrad richtig packen

Für waschechte Biker gibt es keine Alternative zum Urlaub mit dem Motorrad: Der Bock muss mit. Noch mehr als beim Trip mit dem Auto ist effizientes Packen Pflicht. Denn wer die spärlichen Dinge, die überhaupt mit dürfen, ungeschickt verstaut, riskiert mangelnde Fahrstabilität der Maschine. Gewusst wie, ist also die Devise, auch damit am Ende alles Notwendige dabei ist.

Foto: © shutterstock

Spätestens mit Beginn der Osterferien werden sich Motorradfahrer wieder verstärkt auf den Weg ans Urlaubsziel oder Rundreisen machen. Neben Unterhosen und sonstiger Kleidung sollen etwa auch Schlafsack, Zelt und Werkzeuge so verstaut werden, dass nicht gleich alles in einem großen Chaos endet.

 Hier kann ein abschließbares Koffersystem hilfreich sein. Große Tourenmaschinen haben es ab Werk, viele Motorräder lassen sich nachrüsten.

Je nach Ausführung und Größe werden für die Koffer mindestens 300 Euro fällig. Wer ein Topcase dazuordert, muss 80 bis 150 Euro zusätzlich kalkulieren. Als Alternative zu Kunststoffkoffern schwören viele Fahrer von Enduros auf Aluboxen.

„Die verströmen einen Flair von großer weiter Welt und lassen sich beim Campen obendrein als Tisch oder Hocker nutzen“, sagt Sven Degenhardt von der Motorradzeitschrift „Tourenfahrer“.

Softbags für zusätzlichen Gepäckraum

Eine dritte Variante für zusätzlichen Gepäckraum sind Softbags. Die Packtaschensysteme werden meist mit Riemen am Heck der Maschine befestigt und benötigen keinen fest montierten Kofferträger. „Halter mehrerer Motorräder erfreuen sich an der flexiblen Handhabung“, sagt Alan Klee, ein Kollege von Sven Degenhardt, der sich beim „Tourenfahrer“ mit Zubehör befasst.

„Außerdem bewegen sich Softbags preislich unterhalb ihrer starren Pendants“, sagt Klee. Günstige PVC-Packrollen mit wasserdichtem Rollverschluss sind in unterschiedlichen Größen bereits für rund 20 Euro zu bekommen.

Tankrucksäcke und Tanktaschen bei Bikern beliebt

Beliebt sind bei Bikern auch Tankrucksäcke und Tanktaschen, die per Riemen oder Magneten am Tankring auf dem Spritbehälter befestigt werden. „Grundsätzlich darf der Tankrucksack nicht den Lenkeinschlag behindern“, mahnt Klee. Bei allen Zusatztaschen oder Koffern gilt: Die stabile Befestigung ist ein Muss.

Wer eine Maschine bepackt, sollte wissen: Die Ladung verändert Fahrstabilität und Handling eines Motorrads. Auch Beschleunigung und Bremsweg werden negativ beeinträchtigt.

Eine wichtige Regel nennt hier der ADAC: Um die Beherrschbarkeit der Maschine bei jeglichen Fahrmanövern nicht zu beeinträchtigen, muss der Biker auf eine optimale Lastenverteilung achten. Schwere Gegenstände gehören laut ADAC im Tankrucksack oder in den Koffer nach unten. Seitenkoffer sollten gleichmäßig beladen werden. Außerdem ist auch die vom Hersteller des Gepäcksystems vorgegebene Höchstgeschwindigkeit einzuhalten.

Maximale Zuladung nicht überschreiten

„Wichtig ist, dass die maximale Zuladung des Motorrads bei der Tour mit großem Gepäck nicht überschritten wird“, heißt es in der Broschüre „Motorrad fahren – gut und sicher“ des Instituts für Zweiradsicherheit (ifz). Diese Größe errechnet sich aus dem maximal zulässigen Gesamtgewicht abzüglich des Leergewichts. Zur Zuladung gehören neben dem Gepäcksystem und den Reiseutensilien auch Fahrer und Sozius samt deren Schutzbekleidung.

Vor der Abreise gilt es noch, das Fahrwerk dem Beladungszustand anzupassen, denn durch die Zuladung taucht das Heck des Fahrzeugs etwas ein. Um das zu kompensieren, schraubt der Fahrer nach Möglichleit die Federbasis der Federelemente etwas nach oben.

Wie das genau geht, steht im Benutzerhandbuch. Nach der Erhöhung des Reifendrucks – laut ADAC bis zur Maximalmarke hinten und um zwei bis drei Zehntelbar vorn – steht den schönsten Tagen im Biker-Jahr nichts mehr im Wege.

dpa

stol