Atemzug, Herzschlag, Schritt. Dazwischen Weite, Himmel, Leere. Atemzug, Herzschlag, Schritt. Ein fast schon ritueller Akt. Der Achttausender... Nur ein Gedanke in diesem Moment, der alles ist... und nichts. <BR /><BR />So unendlich klein der Mensch im Kreisen der Gezeiten. Ein winziger Punkt in der Ewigkeit, die sich himmelhoch aufgeworfen hat zu Fels und Stein. 14 Achttausender krönen das Antlitz der Erde, Reinhold Messner hat sie alle bezwungen – als erster Mensch – einmal mit und einmal ohne Sauerstoff aus der Flasche. Was das heißt, kann niemand erahnen, der nicht selbst schon einmal den schmalen Grat zwischen Himmel und Erde, Leben und Tod gegangen ist. <BR /><BR />Atemzug, Herzschlag, Schritt... Und wehe, einer geht fehl! Die Luft so dünn, dass das Herz wie verrückt pumpt, um den Körper noch irgendwie zu versorgen, während dieser in der Todeszone über 8000 Meter durch den Sauerstoffmangel zu sterben beginnt – unaufhaltsam! Minute um Minute, Zelle um Zelle. „Als wärest du auf einem Laufband und müsstest durch einen Strohhalm atmen“, beschreibt ein Everest-Teilnehmer das Gefühl, wenn man nur noch ein Viertel des Sauerstoffs zum Atmen hat. <BR /><BR />Einen Gipfel unter diesen Bedingungen zu erklimmen, ist weit mehr als eine sportliche Höchstleistung in permanenter Lebensgefahr. Es ist der überragende Sieg von Geist und Willensstärke über alle Grenzen. Und niemand kann diesen Sieg nehmen! <BR /><BR />Was tut es da zur Sache, dass ein deutscher Statistiker, der selbst kein Bergsteiger ist, auf dem Gipfel der Erbsenzählerei steht und behauptet, weder Reinhold Messner noch die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner hätten alle Achttausender bestiegen, weil neueste Vermessungen manche Gipfel anderswo verorten als vor Jahrzehnten angenommen. <BR /><BR />Das hat beide zwar den Eintrag im Guinness-Buch gekostet, aber wie sagt der Südtiroler so schön: „Wir waren keine Erstbesteiger, die auf Rekorde aus waren, deshalb kann man mir auch keine Rekorde wegnehmen. Uns ging es darum, die schwierigen Wände ohne Hilfsmittel zu bewältigen. Es ging uns um Bergsteigen in wilder Natur, der Weg war das Ziel!“ Die Seilschaft der Hochalpinisten, die ihm zustimmen, ist überwältigend!<BR />