Freitag, 23. Juni 2017

Glyphosat: Deutscher Minister für Verlängerung

Der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die EU-Kommission zur Verlängerung der Genehmigung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat gedrängt.

Glyphosat scheidet weiter die Geister.
Glyphosat scheidet weiter die Geister. - Foto: © shutterstock

„Es ist vertretbar, Glyphosat anzuwenden“, sagte er am Freitag. „Das sagen alle wissenschaftlichen Untersuchungen der zuständigen deutschen und europäischen Behörden und das sollte Maßgabe für die Entscheidung sein.“

Er sehe rechtlich keine Grundlage, die Genehmigung zu verweigern, sagte Schmidt. Das Herbizid ist hoch umstritten. Nach einer monatelangen Hängepartie hatte die EU-Kommission Ende Juni vergangenen Jahres mangels einer Mehrheit der Mitgliedstaaten für oder gegen Glyphosat die Zulassung vorerst um eineinhalb Jahre verlängert.

Zum Jahresende läuft die Übergangslösung aus. Im Gespräch ist nun eine Verlängerung um zehn Jahre. Schmidt sagte, die Politik müsse nach belastbaren Gesichtspunkten entscheiden und dürfe sich nicht von emotionalen Stimmungen leiten lassen.

Bürgerinitiative sammelt 4 Millionen Unterschriften gegen Herbizid

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Europäische Bürgerinitiative für das Verbot von Glyphosat nur vier Monate nach ihrem Start die nötige Beteiligung von einer Million Unterstützern erreicht. Protest gegen Glyphosat kam auch immer wieder von den Grünen und zahlreichen Umweltschutzorganisationen.

apa/afp

stol