Schlimme Unfälle mit allerlei Explosivem: Sie gehören zu Silvester wie das Marzipanschwein und der Champagner. Da können noch so massive Kampagnen gegen den brandgefährlichen Übermut laufen.<BR /><BR /> Das Auge, das ein Elfjähriger in Salerno verloren hat, zählt in Italien ebenso zur traurigen Bestandsaufnahme der hirnlosen Knallerei wie 36 teils Schwerletzte in den Provinzen Neapel und Rom, darunter eine Tote durch eine Pistolenkugel. Von den verheerenden Auswirkungen auf Vögel, die an Stress sterben oder traumatisierten Haustieren, die sich stundenlang zitternd unter Betten verkriechen (wie meine drei Hunde) erst gar nicht zu sprechen. So leicht wäre derlei zu vermeiden, aber solange wir glauben, das Neue Jahr mit Knalleffekten begrüßen zu müssen, wird sich daran nichts ändern. <BR /><BR />Und doch gibt es bei allen Tragödien des Lebens, das seinen ewigen Kalender in ein größeres Ganzes als den Wimpernschlag eines menschlichen Lebens mit seinen Jahresringen, Wünschen und Zeitmarkern einbettet, Neujahrswunder. Diese unglaublichen Geschichten, die man mitnehmen und bewahren möchte wie einen Drachenpanzer für schwere Zeiten, weil sie eine höhere Macht erahnen lassen, die über unser schmales Sein wacht. <BR /><BR />Einen Schutzengel, nein, ein ganzes Heer an Engeln, würde man zumindest sprichwörtlich der 27-jährige Tourengeherin aus Bruneck zusprechen, die in den Prettauer Bergen 300 (!) Meter abgestürzt und unverletzt geblieben ist. Sicher, da war der tiefe Neuschnee, der sie aufgefangen hat. Doch für viele war da noch etwas anderes, himmlischeres im Spiel.<BR /><BR /> Aber was ist, wenn Leben und Tod, Wunder und Katastrophe so nahe beieinander liegen wie in Japan auf dem Tokioter Flughafen? Wie ist das mit dem Passagierflugzeug, das unmittelbar nach der Landung mit einem kleinen Flieger zusammenstößt, der gerade Hilfsgüter zu den Erdbebenopfern bringen will? In Flammen gehen sie beide auf! Doch während fünf Helfer der Küstenwache sterben und nur der Pilot überlebt, können alle 379 Airbus-Passagiere aus dem Inferno gerettet werden. <BR /><BR />Gottes Werk und Teufels Beitrag? Daran glaube ich nicht! Und auch nicht, dass wir vor allem beschützt werden, das uns im Leben widerfährt. Ich glaube, dass wir Gottes Präsenz im Guten in und um uns erfahren, dass wir nicht alleine in die Nacht gehen und was auch immer uns beschützt, da ist, um Kraft zu geben, um zu trösten, um aufzufangen und uns zu begleiten… auch in den Tod. <BR />