<b>Von Herbert Taschler</b><BR /><BR />Neben Kunst und Kultur und einem traumhaften Hinterland laden die zahlreichen Schätze der Gegend zum Entdecken und Genießen Nordistriens ein: Olivenöl und Wein, Trüffel und Meeresfische, einfache hausgemachte Spezialitäten und raffinierte Haubenküche verwandeln Istrien in ein wahres kulinarisches Paradies.<BR /><BR />Von Südtirol aus ist Nordistrien bequem in fünf Stunden zu erreichen. Da lohnt sich ein Ausflug auch für ein verlängertes Wochenende. Als Mittelpunkt für unsere Gourmetreise durch Nordistrien haben wir das romantische Fischerstädtchen Novigrad/Cittanova ausgesucht und es uns im Boutiquehotel Rivalmare direkt an der Meerpromenade Rivarela gemütlich gemacht.<BR /><BR />An der Westküste Istriens gelegen, verzaubert Novigrad mit seinem historischen Charme, den engen Gassen und dem endlosen Blick auf die Adria. Imposante Stadtmauern aus dem 13. Jahrhundert, mit verstärkten Türmen und der Loggia „Belvedere“, umrunden die Altstadt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1313256_image" /></div> <BR /><BR /> In der Kirche der Heiligen Pelagius und Maximus befindet sich die einzige romanische Krypta mit drei Schiffen in Istrien. Der mediterrane Charme der Stadt spiegelt sich besonders im Hafen Mandra wider. Hier war durch die Geschichte hindurch immer der Mittelpunkt von Novigrad. Die Stadt und das Meer sind untrennbar miteinander verbunden, denn seit Jahrhunderten prägt die Fischerei das Leben der Menschen hier. <BR /><BR />Die salzige Meeresluft und das sanfte Rauschen der Wellen laden gleich zu einem Spaziergang entlang der Uferpromenade ein. Bei einem Glas Malvazija fällt das Warten auf den romantischen Sonnenuntergang nicht schwer. Und dann tischt Wirt Sergio Jugoslav in seiner gemütlichen Familien-Konoba Cok fangfrische Krustentiere und Fische aus der Adria auf. Die Spezialität des Hauses: „Branzino cotto al vapore“ – gedämpfter Wolfsbarsch.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1313259_image" /></div> <h3> Weingüter mit Tradition und Design</h3>Istrien hat eine reiche Weinbaugeschichte und ist eine der ältesten Weinregionen Europas. Allein in Nordistrien laden auf der relativ kleinen Fläche der Region an die 50 Winzer und Weingüter zum Besuch ein. Bekannt ist Istrien vor allem für die einheimischen weißen Malvazija-Istarska-Weine. Bei den roten Rebsorten geben Teran und Refosk den Ton an.<BR /><BR />Auf dem Weg ins 222 Meter über dem Meer auf einem Hügel gelegene Städtchen Buje lädt das moderne Designer-Weingut Kozlovic zum Besuch ein. Antonella und Gianfranco, zwei Pioniere des wieder erstarkten istrischen Weinbaus, führen das Gut in der vierten Generation. Mit den Töchtern Gianna und Lara steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1313262_image" /></div> Das Weingut mit seiner Fassade aus Aluminiumverkleidungen, die Weinreben symbolisieren, liegt inmitten von Weinbergen und ist trotz seiner beeindruckenden Größe nahezu unsichtbar. Auf den 32 Hektar eigener Rebflächen kultiviert die Familie Kozlovic vor allem Malvazija und Teran. „Wir möchten Weine keltern, die Ausdruck des Bodens sind, aus dem sie stammen, denn wir glauben, dass der Wein ein Gemeinschaftswerk von Boden, Rebe und Winzer ist“, betont Antonella Kozlovic.<h3> Istrien, das Trüffelparadies</h3>Das Städtchen Buje bietet ein eindrucksvolles Panorama über die sanfte, grüne Hügellandschaft und trägt dank seiner strategischen Lage den Namen „Wächter Istriens“. Eingerahmt wird Buje von endlosen Olivenhainen, Weinbergen, Äckern und abwechslungsreichen Wäldern. Im historischen Zentrum haben vier Jahrhunderte venezianischer Regierung ihre Spuren hinterlassen. Enge Gassen führen empor zum Hauptplatz von Buje mit der Kirche des Hl. Servul aus dem 15. Jahrhundert. Der etwas mühsame Aufstieg zur Spitze des zweithöchsten Glockenturms von Istrien wird mit einer herrlichen 360-Grad-Aussicht belohnt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1313265_image" /></div> <BR />Die zahlreichen Weinkeller und Restaurants der Gegend laden zum Kennenlernen und zum Genuss der Köstlichkeiten der istrischen Küche ein. Bei einem Spaziergang durch die kleinen Dörfer strömt aus den Konobas an jeder Ecke verführerischer Trüffelduft.<BR /><BR />Istrien ist bekannt für seine hochwertigen Trüffel, insbesondere die weißen und schwarzen Trüffel, die in den Wäldern rund um Buje, Motovun und Buzet gedeihen. Weiße Trüffel (Tuber magnatum pico) mit ihrem intensiven Geschmack sind besonders begehrt und reifen von September bis Jänner. Schwarze Trüffel (Tuber brumale und Tuber aestivum) werden vor allem zwischen dem Sommer und dem Herbst geerntet.<h3> Grožnjan, die Künstlerstadt</h3>Knappe zehn Kilometer südlich von Buje liegt die malerische Künstlerstadt Grožnjan auf einem 228 Meter hohen Hügel über dem Mirna-Tal. Ab Mai beginnt das bunte kulturelle Treiben in der kleinen Stadt mit ihren über 30 Galerien und Ateliers von Malern und Bildhauern. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1313268_image" /></div> <BR />Zahlreiche Musikevents, wie das internationale Jazzfestival „Jazz is back“, füllen die verwinkelten Gassen des historischen Zentrums mit Musik. Für kultur- und geschichtsinteressierte Besucher bietet Grožnjan eine Vielzahl interessanter Sehenswürdigkeiten. Hauptattraktion ist aber sicherlich der Ort im Ganzen betrachtet.<h3> Beste Olivenöl-Region der Welt</h3>Der Olivenanbau hat in Istrien eine jahrtausendealte Tradition, die bereits mit den Römern begann. Die Zahl der Olivenbäume in Istrien wird heute auf 1,6 Millionen geschätzt. Buža, Bianchera (Istarska Bjelica), Karbonaca (Crnica), Moražola und Rožinjola (Rosulja) sind die verbreitetsten autochthonen Olivensorten, die seit Jahrhunderten in Istrien angebaut werden. Istriens Olivenbauern setzten diese Tradition fort, um den Reichtum des Gebiets und das Vermächtnis der Vorfahren weiter zu pflegen. Ab 1940 wurden vermehrt auch die italienischen Sorten Leccino, Frantoio, Moraiolo und Coratina angebaut.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1313271_image" /></div> <BR /><BR />Der internationale Olivenöl-Guide „Flos Olei“ hat Istrien auch für 2026 wieder als beste Olivenöl-Region der Welt bestätigt. Die Region hat die höchste Dichte an Spitzenproduzenten. Von den 500 besten Ölen der Welt kommen überproportional viele (heuer über 70!) aus Istrien. Das istrische Olivenöl punktet mit seiner pikant-bitteren Note, der herrlich grünen Farbe und dem verführerischen Aroma.<BR /><BR />Was liegt also näher als der Besuch in einer Ölmühle? Klaudio Ipša aus Ipši bei Livade begann 1998 damit, alte Bäume zu sanieren und tausend neue Bäume zu pflanzen. 2005 gab es die erste große Anerkennung für die Arbeit: Die Olivenöle von Ipša gehören zu den ersten kroatischen Olivenölen, die in den Olivenöl-Guide „Flos Olei“ aufgenommen worden sind. <BR /><BR />Die Familie Galic in Biloslavi hoch oben am Monte di Castagna hat vor 20 Jahren die ersten 20 Olivenbäume gepflanzt und alte, verlassene Bäume erneuert. Heute bewirtschaftet sie ihre Olivenhaine auf 100 bis 300 Meter Meereshöhe biologisch. Die charaktervollen Olivenöle kommen unter dem Namen B10 auf den Markt: B für Biloslavi und 10 für das erste Erntejahr 2010. Olivenöl-Tastings und Führungen durch die Olivenhaine laden zum Besuch ein.<h3> Motovun, die Burgenstadt</h3>Ein Ausflug in die 30 Kilometer von Novigrad entfernt liegende Burgenstadt Motovun darf auf dem Besuchsprogramm nicht fehlen. Das mittelalterliche Motovun mit seiner malerischen Altstadt zählt zu den besonderen Sehenswürdigkeiten Istriens. Die vollständig erhaltenen, historischen Stadtmauern aus dem 14. bzw. 16. Jahrhundert umschließen den oberen Teil der Stadt vollständig und ermöglichen einen Rundgang mit atemberaubenden Ausblicken. <BR /><BR />Der gesamte alte Stadtkern steht unter Denkmalschutz. Der zentrale Platz Andrea Antico, das Herz des historischen Zentrums, wird von venezianischen Palästen eingerahmt und ist ein beliebter Treffpunkt. Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist der romanisch-gotische Glockenturm der Kirche Sv. Stjepan aus dem 13. Jahrhundert.<BR /><BR />Nach dem Besuch von Motovun bleibt Zeit für das Weingut Tomaz. Wir sitzen auf der wunderschönen Terrasse mit Panoramablick auf die mittelalterliche Stadt und genießen die edlen Tropfen.<h3> Kulinarischer Ausklang</h3>Die Zeit verfliegt im Nu und das Wochenende in Nordistrien neigt sich dem Ende zu. Vor der Heimreise aber lädt Küchenchefin Marina Gaši in ihr Gourmetrestaurant Marina in Novigrad – mit einem kulinarischen Ausklang der Extraklasse. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1313274_image" /></div> <BR />Marina bereitet ihre Gerichte ausschließlich aus Zutaten zu, die fangfrisch aus der Adria stammen. Es gibt kein vorbereitetes Menü. Was auf den Tisch kommt, hängt für Marina „von der Jahreszeit, den Wetterbedingungen, der Beziehung zwischen dem Meer und den Fischern sowie von meiner Stimmung ab“. Sommelier und Partner Davor Buršic serviert dazu die passenden Weine aus der Region und rundet das kulinarische Sondererlebnis in Nordistrien ab.