Dienstag, 12. Dezember 2017

Grillo-Partei will Ladenöffnungszeiten einschränken

Italiens populistische Cinque-Stelle-Bewegung des Starkomikers Beppe Grillo will die Ladenöffnung an Sonntagen stark einschränken.

Foto: © STOL

Der Premierkandidat der Bewegung, Luigi Di Maio, rief das Parlament zur Verabschiedung eines von seiner Partei verfassten Gesetzentwurfs, wonach Geschäfte an sechs der zwölf italienischen Feiertage geschlossen bleiben sollen.

„Alle Familien haben ein Recht auf Feiertagsruhe“, sagte Di Maio nach Medienangaben. Damit soll das im Jahr 2012 eingeführte Gesetz zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten rückgängig gemacht werden.

Können Geschäfte derzeit 24 Stunden lang und 52 Sonntage im Jahr unabhängig von der Art der angebotenen Waren offen halten, soll sich dies laut dem Gesetzentwurf ändern. Geschäfte und Supermärkte sollen demnach an mindesten die Hälfte der zwölf Feiertage in Italien pro Jahr geschlossen bleiben. Diese Einschränkungen sollen jedoch nicht für Restaurants und Bars gelten. Die „Gegenreform“ in punkto Ladeöffnungszeiten wurde vom Handel scharf kritisiert, wird jedoch von den Gewerkschaften aktiv unterstützt.

„52 verkaufsoffene Sonntage haben keine Vorteile gebracht, weder vom Gesichtspunkt der Preisentwicklung noch für die Beschäftigung“, so die Gewerkschafter. Die Gewerkschaftsvertreter betonten, dass im Zuge der Liberalisierung lediglich unsichere Arbeitsplätze geschaffen worden seien. So hätten vor allem die großen Handelsketten aufgrund von Geschäftseröffnungen neues Personal angestellt, allerdings mit befristeten Verträgen, die in vielen Fällen nicht verlängert worden seien.

apa

stol