Sonntag, 05. Juli 2015

Grillo solidarisiert sich in Athen mit Griechen

Europakritische Parteien in Italien machen für Solidaritätsaktionen mit dem griechischen Volk anlässlich des Referendums am Sonntag mobil. Der Gründer der Fünf-Sterne-Bewegung, Beppe Grillo, und Spitzenpolitiker der Linkspartei SEL warteten am Sonntag auf dem Sintagma-Platz in Athen auf das Ergebnis des Votums.

Beppe Grillo
Beppe Grillo - Foto: © LaPresse

In Athen traf Grillo mit einer Delegation aus 50 Parlamentariern ein. Der Politiker, der auf scharfer EU-Kritik seinen politischen Erfolg aufgebaut hat, hatte zuletzt Unterschriften für eine Referendumskampagne für einen Austritt Italiens aus dem Euroraum gesammelt. „Dieses Referendum ist schon ein Erfolg der Demokratie“, erklärte Grillo laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Die Bürger der meisten EU-Länder hätten in punkto Euro-Einführung die intransparenten Beschlüsse der Politik passiv hinnehmen müssen. Die Bürger hätten jedoch das Recht, sich über eine zentrale Angelegenheit wie die Währung zu äußern, so Grillo. Seine Fünf-Sterne-Bewegung, die im EU-Parlament Teil der Fraktion der EU-Gegner um den britischen UKIP-Chef Nigel Farage (Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie/EFD) ist, fordert neben dem Austritt aus dem Euroraum die Einführung von Eurobonds sowie ein Grundeinkommen ohne Vorbedingungen in Italien.

In Athen traf auch der Chef von Italiens oppositioneller Linkspartei SEL, Nichi Vendola, ein. „Bei diesem Referendum geht es nicht um Griechenlands Verbleib im Euroraum. Hier geht es um ein Referendum zwischen einem Europa der Austerität und einem der Sozialrechte. Wir wollen nicht in einem Europa leben, in dem die Führungseliten allein den Abbau des Wohlfahrtsstaates beschließen“, erklärte Vendola. Er kritisierte zudem den italienischen Premier Matteo Renzi, der das griechische Referendum als „Irrtum“ bezeichnet hatte.

apa

stol