Auch Gebäude können ein Biotop sein – genauer gesagt, bepflanzte Dächer von Wohngebäuden, Gartenhütten, Garagen oder Carports. Wer Dächer begrünt, schafft sogenannte Trittsteinbiotope. In Ortschaften sind viele und oft auch große Flächen versiegelt. Viele Tiere, darunter insbesondere Insekten, können aber keine weiten Entfernungen auf sich nehmen, um von einer größeren grünen Fläche zur nächsten zu gelangen. Begrünte Dächer funktionieren dann wie Trittsteine, die die Abstände verkürzen.Und es gibt noch mehr Gründe für grüne Dächer ...<h3> Hitzeschild</h3>Mit einer Dachbegrünung kommt nicht nur natürliche Abwechslung in die Dachlandschaft, sondern sie wirkt dem Aufheizen des Klimas in den Sommermonaten entgegen. Während ein übliches Garagendach bei sonnigem Sommerwetter gut 80 Grad Celsius heiß werden kann, sind es mit Begrünung 30 Grad.<BR /><BR />Mit der niedrigeren Temperatur verringert sich die Gefahr von Hitzeschäden an der Dachkonstruktion – und das Klima innerhalb und außerhalb des Gebäudes verbessert sich. Zudem kühlt nachts die Umgebungsluft schneller ab. Ein Gründach ist also eine Art der natürlichen Wärmedämmung.<h3>Regenspeicher</h3>Gleichzeitig ist eine Dachbegrünung stets ein Feinstaubfilter und ein guter Speicher für Regenwasser. Letztere fällt besonders bei Dauer- und Starkregen ins Gewicht, um die Belastung der Kanäle und Überflutungen zu verhindern. Gründächer leisten auch einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas: Sie speichern Feuchtigkeit und geben sie dann an die Luft ab, die sie dadurch auch kühlen.<BR /><BR />Noch ein Vorteil: Die Pflanzen tragen außerdem dazu bei, Alltagslärm innerhalb und außerhalb des Gebäudes zu reduzieren.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="986410_image" /></div> <h3> Extensiv & intensiv</h3>Bei der Dachbegrünung gibt es zwei Formen: die extensive und die intensive Variante. Die intensive Dachbegrünung erreicht eine Höhe von 25 bis 100 Zentimetern. Sträucher und Bäume finden hier Raum für ihre Wurzeln, es ist also eine Art Dachgarten, der einen höheren Aufbau erfordert und auch mehr Aufwand bedeutet. Verbreiteter ist die extensive Begrünung.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="986413_image" /></div> <BR /><BR />Der Dachaufbau der extensiven Begrünung ist nur 8 bis 15 Zentimeter hoch – damit lassen sich also auch das Dach eines Fahrradunterstands oder einer Mülltonnenbox bepflanzen – etwa mit Sukkulenten.<BR /><BR />Dafür wird erst eine Abdichtung ähnlich einer Teichfolie auf das Dach gelegt. Sie verhindert, dass Wurzeln in die Konstruktion wachsen und so zu Undichtigkeiten führen. Darüber kommen dann eine Schutzlage, eine Dränageschicht und ein Filtervlies. Das Substrat und schließlich die Pflanzen bilden den Abschluss. Ein Substrat für extensive Begrünungen besteht aus Blähschiefer, Blähton und Bims.<BR /><BR />Damit überschüssiges Regenwasser ablaufen kann, raten Fachleute zu einer ausreichend tiefen Dränageschicht und zusätzlich genügend Dachabläufen.<h3> Was wächst auf dem Dach?</h3>Doch welche Pflanzen eignen sich überhaupt für die extensive Begrünung? Grundsätzlich gilt: Sie müssen gut mit dem nährstoffarmen Substrat und mit sommerlicher Trockenheit zurechtkommen. Geeignet sind etwa polsterförmig wachsende Fetthennen, Thymian und Gräser, genauso wie Heide-Nelke oder Dachwurz. Es gibt auch Saatgutmischungen speziell für extensive Dachbegrünungen.<BR /><BR />Damit sich die Pflanzendecke schnell schließt, sollten Dachgärtner diese anfänglich gut gießen. Die eingewachsenen grünen Dächer sind dann aber pflegeleicht. <BR /><BR />Wer größere Dächer etwa von Garage und Wohnhaus bepflanzen will, muss von einem Statiker überprüfen lassen, ob die Konstruktion die zusätzliche Last von Pflanzen, Regenwasser und Schnee hält – oder ob sie verstärkt werden muss. Ab einer Dachneigung von 10Grad muss es eine sogenannte Schubsicherung geben. Sie verhindert das Abrutschen der Vegetation.<BR /><BR />Eine Dachbegrünung ist mit Aufwand verbunden, auch finanziell. Deshalb werden Dachbegrünungen auch vom Land gefördert.<BR />