Donnerstag, 17. August 2017

Haft für Hongkonger Studentenführer Joshua Wong

Der junge Hongkonger Aktivist Joshua Wong ist für seine Beteiligung an den prodemokratischen Demonstrationen vor knapp drei Jahren zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Hongkong verurteilte am Donnerstag außerdem zwei Mitstreiter des 20-Jährigen: Nathan Law muss für acht Monate ins Gefängnis, Alex Chow erhielt eine siebenmonatige Haftstrafe.

Joshua Wong wurde für seinen Protest vor 3 Jahren zu 6 Monaten Haft verurteilt.
Joshua Wong wurde für seinen Protest vor 3 Jahren zu 6 Monaten Haft verurteilt. - Foto: © APA/AFP

Alle drei waren im vergangenen Jahr wegen „illegaler Versammlungen“ zunächst zu Sozialstunden verurteilt worden. Nachdem die Anklage in Berufung gegangen war, wurde das Strafmaß nun erhöht.

Die Studentenführer waren am 26. September 2014 über einen Zaun in den Vorhof des Hongkonger Regierungssitzes geklettert und wurden deswegen nun verurteilt. Später folgten weitere Demonstrationen, die wichtige Teile der asiatischen Wirtschaftsmetropole mehr als zwei Monate lahmlegten.

Gegen Chinas kommunistische Führung

Die „Regenschirm-Proteste“, die weltweit für Schlagzeilen sorgten, waren die größte Herausforderung für Chinas kommunistische Führung in der früheren britischen Kronkolonie seit deren Rückgabe 1997. Die Proteste hatten sich an Beschlüssen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern.

„Sie können unsere Proteste zum Schweigen bringen, uns aus dem Parlament entfernen und uns einsperren. Aber sie werden nicht die Herzen und Köpfe der Hongkonger gewinnen“, schrieb Wong nach dem Urteil auf Twitter und forderte seine Anhänger dazu auf, nicht aufzugeben.

Menschenrechtler kritisierten das Urteil gegen Wong und seine Mitstreiter scharf. Es handle sich um einen „rachsüchtigen Angriff“, sagte Mabel Au, Direktor vor Amnesty International in Hongkong. Die Verfolgung von prominenten Demokratieaktivisten durch die Behörden müsse beendet werden.

apa/dpa

stol