Freitag, 29. Januar 2016

Handgranaten-Anschlag auf deutsches Flüchtlingsheim

In Deutschland haben Unbekannte in der Nacht auf Freitag eine scharfe Handgranate auf eine Flüchtlingsunterkunft geworfen. Der Sicherheitssplint war gezogen, die Granate explodierte jedoch nicht. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Der Leitende Kriminaldirektor Andreas Stenger zeigt während einer Pressekonferenz Modelle der Handgranate M52, die über den Zaun einer Flüchtlingsunterkunft geworfen wurde.
Der Leitende Kriminaldirektor Andreas Stenger zeigt während einer Pressekonferenz Modelle der Handgranate M52, die über den Zaun einer Flüchtlingsunterkunft geworfen wurde. - Foto: © APA/DPA

Der Vorfall ereignete sich in einer Erstaufnahmestelle in Villingen-Schwenningen, im Bundesland Baden-Württemberg.

Ein Sicherheitsmann bemerkte die Granate nach Angaben der Polizei gegen 1.30 Uhr auf dem Boden und alarmierte die Behörden. Die Polizei sperrte das Gelände und angrenzende Straßen weiträumig ab. Die Granate wurde von Entschärfern gesprengt.

Ermittler: Granate landete neben Container mit Wachpersonal

Nach neuen Erkenntnissen vom Nachmittag sind bei dem versuchten Granaten-Anschlag in Villingen-Schwenningen einige Menschen in unmittelbarer Nähe gewesen.

Unbekannte hätten die Handgranate von der Straße aus in eine Zufahrt des Geländes der Unterkunft geworfen, berichtete Rolf Straub von der neu gebildeten Soko „Container“ auf einer Pressekonferenz am Freitag.

Die Granate sei daraufhin an einem Sicherheitszaun abgeprallt und neben einem Container des Sicherheitsdienstes liegengeblieben. Darin hielten sich nach Auskunft von Klemens Ficht vom Regierungspräsidium Freiburg zur Tatzeit drei Sicherheitsleute auf. 

Ob der Container die Mitarbeiter bei einer Detonation geschützt hätte, könne man noch nicht sagen, sagte Dietmar Schönherr von der Kriminaldirektion Rottweil. Splitter der Granate hätten beispielsweise durchs Fenster schlagen können. „Das hätte zu schweren Verletzungen oder auch zum Tode der Personen führen können.“

apa/dpa/afp

stol