* Hans Peter Wilhelm Kerkeling – kurz Hape – wurde 1964 im Ruhrgebiet in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) geboren. Mama Margret war Floristin, Papa Heinz Tischler. Seine Mutter starb, als er 8 Jahre alt war. Daraufhin zogen er, sein Vater und sein älterer Bruder Josef zu seinen Großeltern. Schon als Kind hat er die Kunden im Tante-Emma-Laden seiner Oma studiert und imitiert. Dort wurde wohl der Grundstein zu seinen Kunstfiguren gelegt. Und davon gibt es so einige.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106247_image" /></div> <BR /><BR />* Mit 5 Jahren saß der kleine Hape an Weihnachten vor dem Fernseher und hört die Ansprache des damaligen deutschen Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Der Bub beschloss: Da will ich hin. Ins Fernsehen, nur eben als Komiker. <BR /><BR /><BR />* Als 12-Jähriger bewarb er sich beim legendären Loriot (bürgerlich: Vicco von Bülow) für die Rolle des Kindes Dicki im Fernseh-Sketch „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ – leider vergeblich. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106250_image" /></div> <BR /><BR /><BR />* In der Sendung „Talentschuppen“ (1981) war Hape zum ersten Mal im TV zu sehen. 2 Jahre später erhielt er als gerade einmal 19 Jahre altes „Bürschel“ die erste Ausgabe eines neu gegründeten Kabarett-Preises aus Bayern, des Passauer Scharfrichterbeils. Von da an ging alles ganz schnell. „Ich bin damals recht unvorbereitet in diese ziemlich große Karriere hineingerutscht“, reflektiert er in einem dpa-Interview. <BR /><BR />Mit 20 moderierte er bereits eine eigene Show in der ARD („Känguru“), fast ohne jede Bühnenerfahrung. „Ich war vorher aufgetreten im Zusammenhang mit Schulaufführungen oder hatte mal kleinere Auftritte bei Talentwettbewerben mit 50 Zuschauern absolviert. Und dann plötzlich die Showbühne der ARD. Im Rückblick muss ich sagen: Dass das gutgegangen ist, ist erstaunlich.“ <BR /><BR />* Der endgültige Durchbruch kam 1989 mit der vielfach ausgezeichneten Comedyserie „Total Normal“, die er zusammen mit seinem Schulfreund Achim Hagemann (59) bestritt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106253_image" /></div> <BR /><BR />* Ende der 1990er Jahre erlitt Hape Kerkeling eine kurze Durststrecke als Comedian und orientierte sich beruflich neu. Er begann eine Ausbildung zum Heilpraktiker. „Ich habe mich an dieser Schule sehr wohlgefühlt“, erzählt er. „Es ist im Nachhinein ärgerlich, dass ich den Abschluss nicht gemacht habe“, sagt er. <BR /><BR /><BR />* Sein größter Kult-Moment war 1991 die „Sache mit Beatrix“. Hape Kerkeling wollte damals Beatrix, Königin der Niederlande (86), interviewen, diese lehnte allerdings 3 Mal ab. Also verkleidete er sich und fuhr zum Schloss Bellevue in Berlin, wo die Monarchin zu einem Staatsbesuch erwartet wurde. Kerkeling fuhr im Kostüm mit leuchtend blauem Hütchen vor, und die „falsche Beatrix“ wurde tatsächlich auf das Gelände des Amtssitzes des deutschen Bundespräsidenten gelassen, um „lekker Mittag zu essen“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106256_image" /></div> <BR /><BR />* Wenig später trug der deutsche Komiker als polnischer Opernsänger das Lied „Hurz!“ – eine Parodie – vor einem ernsten Konzertpublikum vor. Zum Niederknieen komisch. Die Klassik-Veräppelung erreichte 1992 Platz 4 in den deutschen Charts.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106259_image" /></div> <BR /><BR /><BR />* Horst Schlämmer, der stellvertretende Chefredakteur des fiktiven „Grevenbroicher Tagblatts“ ist Kerkelings Lieblingsfigur, wie er einmal sagte. Mit einem alten Trenchcoat bekleidet und einer schwarzen Männerhandtasche unterm Arm hat Horst so manche Sendung durcheinander gebracht – wie etwa „Wer wird Millionär“, als er in einem Prominentenspecial 2006 kurzerhand den Platz mit Moderator Günther Jauch (68) getauscht hat.<BR /><BR /><BR />* Der Entertainer ist auch als Synchronsprecher erfolgreich, so lieh er etwa dem Schneemann Olaf in Disneys „Eiskönigin“ und Panda Po in „Kung Fu Panda“ seine Stimme.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106262_image" /></div> <BR /><BR /><BR />* Wenn es um deutschsprachige Bestseller geht, dann spielt Kerkeling in der Top-Liga. Sein Buch „Ich bin dann mal weg“ (2006 erschienen) über seine Wanderung nach Santiago de Compostela verkaufte sich über 5 Millionen Mal und hielt sich 100 Wochen lang fast durchgehend auf Platz 1 der Bestsellerlisten. In der Geschichte der „Spiegel“-Bestseller befindet sich das Buch ganz oben neben dem Klassiker „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von Christiane F. „Ich bin dann mal weg“ gilt bis heute als das erfolgreichste deutsche Belletristik-Werk der Nachkriegszeit.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106265_image" /></div> Geplant war das ursprünglich nicht – die Pilgerreise war vielmehr seine Antwort auf eine persönliche Krise nach einer Operation und einem Hörsturz. Seine beste Freundin, die Sängerin Isabel Varell (63), sagt dazu: „Typisch für Hape ist, eben nicht sitzen zu bleiben und im Sofa zu versinken, wissend, dass er eine Mutter hatte, die an starken Depressionen gelitten hat und das Leben nicht mehr aushalten konnte. Das wird ihm nicht passieren, weil er dann auf die Reise gehen wird. Immer wieder in seinem Leben wird er das tun.“ Seit „Ich bin dann mal weg“ haben sich alle seine Bücher sofort an die Spitze der Bestsellerlisten gesetzt, zuletzt wieder die Beschäftigung mit seiner Familie und seinen Ahnen, „Gebt mir etwas Zeit“.<BR /><BR /><BR /><BR />* Kerkeling verehrt Katzen. Er ist bereits vor Jahren auf Katze und Kater gekommen – und hat über sein Leben mit den Samtpfoten sogar ein Buch geschrieben: „Pfoten vom Tisch“. Herausgekommen ist eine Mischung aus Ratgeber und ganz persönlicher Liebesgeschichte. Ein Bestseller natürlich. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106268_image" /></div> <BR /><BR />* Vor 10 Jahren beendete Hape (vorübergehend) seine Karriere, äußerte er sich kritisch zum TV-Geschäft. Gegenüber dem „Spiegel“ sagte er damals, er sei „ausgelutscht worden von der Unerbittlichkeit“. „Und wenn Sie mich jetzt fragen, ob ich mich wohlgefühlt habe in meinen Shows, dann lautet die Antwort: nein.“ <BR /><BR />* Nach 7 Jahren kehrte Hape Kerkeling zurück ins deutsche Fernsehen. Er bekam im Herbst 2021 auf VOX 2 Formate. In „Ein Abend mit Hape Kerkeling“ las er aus seinem Katzenbuch und sprach mit Journalistin Dunja Hayali (50) über seine Karriere. Und in der zweiten Sendung, „Hape und die 7 Zwergstaaten“, bereiste er Andorra, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, San Marino und den Vatikan.<BR /><BR />* Derzeit bereitet Kerkeling einen neuen Kinofilm mit Horst Schlämmer in der Hauptrolle vor. Warum wird der Schmieren-Reporter trotz seiner nur allzu offensichtlichen Unzulänglichkeiten so sehr geliebt? „Ich glaube, es ist die Stimme“, sagt Kerkeling der dpa. „Dieses Sonore, Weihnachtsmann-artige. Er hat mit dem Weihnachtsmann das selbstbewusste Auftreten gemein, aber auch das leicht Angetrunken-Sein, die roten Wangen und die Nase.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1106271_image" /></div> <BR /><BR />* Kerkeling lebt mit seinem Partner Dirk Henning in Deutschland und in Umbrien. <BR /><BR />* Fans von Hape Kerkeling kommen voll auf ihre Kosten: Die ARD feiert den 60. Geburtstag des Komikers mit einem Thementag, der unter anderem die Verfilmung seiner Kindheitserinnerungen „Der Junge muss an die frische Luft“ und ein „Best of“ seiner Sketche einschließt, am 9. Dezember. Um 20.15 Uhr läuft dann die 90-minütige Dokumentation „Hape Kerkeling – Total normal“, das Herzstück des Thementags.