"Es gibt nichts Schlimmeres für einen Politiker, als Schmiergelder einzustecken. Wir werden die Hauptstadt nicht den Dieben überlassen", betonte Renzi in einer Ansprache vor dem Gremium seiner PD-Partei. Er forderte rasche Prozesse. "Wer schuldig ist, soll bis zum letzten Cent zahlen", betonte der Premier.Kein Tag vergeht, ohne neue Enthüllungen um die mafiöse Organisation, die im politischen Sumpf rund um den Gemeinderat der Stadt Rom grassierte. Dabei ist der Ex-Bürgermeister Gianni Alemanno gestern wieder arg unter Druck geraten. Aus von den Ermittlern abgehörten Telefongesprächen geht hervor, dass er mehrere Reisen mit Geldkoffern nach Argentinien unternommen haben soll, um hohe Summen in Sicherheit zu bringen, die die mafiöse Organisation dank Korruption, Erpressung und illegal erhaltenen öffentlichen Aufträgen kassiert hat.Dabei soll der frühere Bürgermeister dank der Verbindungen der Organisation die Kontrollen auf dem römischen Flughafen Fiumicino vermieden haben. Die Nachricht entstammt einem telefonischen Wortwechsel zwischen drei Personen, die über die geheimen Verstrickungen unterrichtet, das von den Carabinieri abgehört wurde. Aus Justizkreisen verlautete es gestern jedoch, dass es keine Beweise gebe, dass Alemanno tatsächlich das Geld ins Ausland gebracht habe. Der Rechtspolitiker dementierte die Berichte heftig. Er sei zwar in Argentinien gewesen, allerdings nur einmal mit seiner Familie und Freunden im Jahr 2012 zu Silvester. Laut den abgehörten Telefongesprächen sollen es hingegen mindestens vier Reisen gewesen sein. "Ich habe nie Geld ins Ausland gebracht. Ich bin der einzige römische Bürgermeister, der ärmer als zu Beginn seines Mandats ist. Ich habe eine Wohnung verkaufen und einen Kredit aufnehmen müssen, um die Schulden meiner Wahlkampagne zu zahlen", betonte der Politiker.mit